Canine Anaplasmose – Zeckenschutz beugt vor

Zecke

Zeckenschutz ist ein wichtiger Punkt im Zusammenleben mit unserem Hund. Nicht nur für uns selbst besteht die Gefahr einer Infektion, auch unsere Hunde sind gefährdet. Zecken übertragen häufig die aus der Medizin bekannte Borreliose. Während diese Erkrankung für uns Menschen gefährlich werden kann, gibt es neben der Borreliose für den Hund eine weitere, durch Zecken übertragene Erkrankung, die Canine Anaplasmose, früher auch als „Granulozytäre Ehrlichiose„ bekannt.

Wie entsteht die Anaplasmose und wo kommt sie vor?
Die Canine Anaplasmose ist eine Infektionskrankheit, ausgelöst durch Bakterien der Gattung Anaplasma. Als Überträger fungiert die Zecke, auch Holzbock genannt. Mittlerweile ist diese Erkrankung recht häufig in Deutschland.
Die Übertragung erfolgt über den Zeckenspeichel, ca. 40-48 Stunden nach dem Zeckenbiss.
Eine, der Anaplasmose sehr ähnliche Infektion ist die Ehrlichiose, die ebenfalls durch Zeckenbisse übertragen wird, im Allgemeinen aber nur bei Hunden auftritt, die entweder aus dem Ausland stammen, oder dorthin gereist sind.

Welche Symptome zeigt mein Hund? krank
Von der Infektion, bis zum Auftreten akuter Krankheitssymptome können 4 bis 11 Tage vergehen. Dieser längere Zeitraum macht den Verdacht der Anaplasmose so schwierig, denn häufig bringt man einen Zeckenbiss nicht mit einer möglichen Erkrankung in Zusammenhang.
Plötzlich einsetzendes, hohes Fieber, Futterverweigerung, Schwellungen der Lymphknoten, Erbrechen und Durchfall sind zunächst die unspezifischen Symptome zu Beginn der Erkrankung. Hinzu kommen zentralnervöse Symptome wie Muskelschmerzen, Lahmheit, Entzündungen von einem oder mehreren Gelenken mit Anschwellungen des jeweiligen Bereichs, bis hin zu Hirnhautentzündung oder im schlimmsten Fall der Netzhautablösung und der damit verbundenen Erblindung. Auch die inneren Organe wie Milz und Leber können in Mitleidenschaft geraten.

Was passiert bei der Erkrankung, wie wird sie festgestellt und wie kann sie behandelt werden? bluttest
Nach Abklingen der oben akut auftretenden Symptome werden die Erreger entweder aus dem Körper des Hundes eliminiert oder sie verbleiben im Knochenmark ohne das Symptome gezeigt werden. Verbleiben die Erreger im Knochenmark, kann jede Schwächung des Immunsystems zu einer erneuten Aktivierung der Erkrankung führen, die Erkrankung wird somit chronisch. In der chronischen Phase treten häufig Lahmheiten auf.
Um eine Anaplasmose festzustellen und auch um andere Erkrankungen mit den gleichen unspezifischen Symptomen auszuschließen, wird eine Blutentnahme veranlasst. Neben einigen Laborwertveränderungen im Blutbild oder der Erhöhung von Leberwerten, wird häufig auch eine Titerbestimmung ermittelt. In der Titerbestimmung wird die Höhe der vom Hundeorganismus gebildeten Antikörper gegen die Anaplasten bestimmt.
Der hierbei gewonnene Titer-Wert gilt bei < 1:50 als negativ, bei 1:50 – 1:100 als schwach positiv und bei > als 1:100 als positiv. Ein Nachweis ist ab dem 10. bis 14. Tag nach der Infektion möglich.
Wurde eine Canine Anaplasmose fest gestellt, so richtet sich die Therapie nach der schwere der Symptome. Der Tierarzt wird entscheiden, ob neben der Behandlung mit einem speziellen Antibiotikum noch weitere Maßnahmen zu treffen sind. Nicht in allen Fällen ist eine Anaplasmose heilbar, da sich die Bakterien, wie oben bereits erklärt, ins Knochenmark zurück ziehen können. Der Wirkstoff des Antibiotikum ist nicht in der Lage, auch die zurück gezogenen Bakterien im Knochenmark abzutöten. Jedoch ist nicht zwingend ein erneuter Ausbruch zu erwarten.

Was kann man tun, um diese Erkrankung zu verhindern?
Vorsorge ist einer der wichtigsten Faktoren im Schutz gegen Zecken!
Bis zum heutigen Zeitpunkt gibt es keine Impfung gegen die Canine Anaplasmose. Wir als Halter müssen deshalb unbedingt dafür sorgen, dass unser Hund nach dem Biss einer Zecke so schnell wie möglich von dem Übeltäter befreit wird. Noch sinnvoller ist der Schutz vor einem Zeckenbiss. Deshalb gilt:

  • nach jedem Spaziergang, oder dem Aufenthalt im Freien, den Hund gründlich nach Zecken absuchen
  • geeignete, chemische Vorsorgemaßnahmen treffen, z.B. ein Spot-on-Produkt oder das Tragen spezieller Halsbänder (der Tierarzt wird hier gerne beraten)
  • geeignete, biologische Vorsorgemaßnahmen sind heute ebenfalls sehr zuverlässig. Der Fachhandel verfügt über natürliche Spot-on-Produkte, natürliche Futterergänzungen, der Tip-Click Anhänger für das Halsband und spezielle Sprays zum Auftragen vor einem Aufenthalt im Freien
  • Zecken mit geeigneten Zangen oder Pinzetten sicher entfernen
  • jeder infizierte, geschwollene Einstich, sowie das veränderte Verhalten des Hundes bedürfen einer Vorstellung in einer Tierarztpraxis

Zeckenschutz ist in der heutigen Zeit wichtiger als angenommen und mit diesem Thema sollten wir uns ausführlich beschäftigen, denn nichts ist so wichtig, wie die Gesundheit von Mensch und Hund.

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