Das Immunsystem des Hundes – So bleibt der Hund gesund

Jeden Tag ist der Körper des Hundes Krankheitserregern wie Bakterien, Viren und Pilze ausgesetzt. Das trifft im übrigen nicht nur auf den Hundekörper zu, sondern auch wir Menschen müssen uns täglich zur Wehr setzten. Das Immunsystem eines Organismus ist also oft gefragt und erst wenn es durch Stress, falsche Ernährung, belastende Umweltfaktoren, Infektionen oder einfach das Alter geschwächt wird, merken wir das Versagen der Immunabwehr, denn dann werden wir krank.
Doch wie bei uns, können wir auch bei unseren Hunden verschiedene Maßnahmen ergreifen, um das Immunsystem in seiner wichtigen Funktion zu unterstützen.
Bevor wir uns mit den Maßnahmen befassen, werfen wir noch einen Blick auf das Abwehrsystem.

Wie funktioniert das Abwehrsystem?
Man kann sich das Immunsystem des Hundes wie eine Art Schutzschild vorstellen, zu dem verschiedene Gefäße und Organe gehören.
Eines der größten Schutzorgane ist die Haut, denn sie verhindert das Eindringen von Krankheitserregern.
Doch auch das Knochenmark (hier werden die meisten Abwehrzellen gebildet), sowie die Milz und vor allem der Darm mit seiner Bakterienflora, sind wichtige Bestandteile in der Erregerabwehr.

Bereits nach der Geburt nimmt der Welpe die ersten Antikörper mit der Muttermilch auf. Züchter bezeichnen die erste Milch als Kolostralmilch. Kolostrum wird innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Geburt an den Welpen abgegeben und enthält nicht nur wichtige Nährstoffe, sondern vor allem Wachstumsfaktoren, Enzyme und Immunglobuline (Antikörper). Diese Kombination führt zu einer Stärkung des Immunsystems. Mit der Aufnahme werden erste Barrieren gegen Krankheitserreger aus der Umwelt aufgebaut. Leider ist dieser Schutz nur von kurzer Dauer und lässt nach einigen Wochen bereits wieder nach.

Um das Immunsystem aktiv zu halten, ist es notwendig es ein wenig zu stimmulieren. Genaugenommen ist es also falsch, den kleinen Welpen nahezu keimfrei oder vor Umwelteinflüssen fernzuhalten. Das geht auch gar nicht, denn bei jedem Spaziergang wird er mit Bakterien und Viren konfrontiert. Natürlich wäre es jetzt auch falsch, den Welpen absichtlich mit kranken Hunden zusammen zu bringen. Es gilt hier wie so häufig im Leben die goldene Mitte zu finden.

Impfung stärkt?  Injetkon
Ein stetiger Diskussionspunkt in der Hundehaltung ist das Thema Impfen. Was die einen Besitzer befürworten, lehnen die anderen Halter strikt ab.
Wir beschäftigen uns jetzt einmal nur mit den wissenschaftlichen Fakten und erklären die Funktion der Impfung.

Im Alter von sechs bis acht Wochen werden Welpen das erste Mal geimpft. Eine Grundimmunisierung besteht häufig aus sogenannten Lebendimpfstoffen. Diese enthalten unschädlich gemachte Krankheitserreger, die das Immunsystem dazu anregen, die Eindringlinge zu erkennen und zu bekämpfen. Hier entstehen die wichtigen Antikörper, die im Körper bleiben und den Hund aktiv vor einer Erkrankung schützen. Eine Infektion bricht so gar nicht erst aus, falls doch, verläuft sie deutlich milder und heilt schneller aus.

Um eine vollständige Grundimmunisierung zu erhalten, muss der Hund in gewissen Abständen mehrfach geimpft werden.
Jährliche Impfungen wurden früher empfohlen. Doch aufgrund der wissenschaftlichen Erkenntnisse ist eine jährliche Impfung und damit natürlich auch eine zusätzliche Belastung für das Immunsystem, heute häufig nicht mehr nötig.
Impfungen haben einen Einfluss auf den Organismus. In der Regel aber eher einen positiven. Denn sie regen das Immunsystem an, Antikörper auf bestimmte Erreger zu bilden.
Doch in Einzelfällen wird das Immunsystem durch Impfungen ein wenig in die „Irre geleitet“ und es antwortet mit einer Autoimmunreaktion. Bei einer Autoimmunerkrankung entsteht eine überschießende Reaktion des Immunsystems gegen körpereigenes Gewebe. Irrtümlicherweise erkennt das Immunsystem körpereigenes Gewebe als zu bekämpfenden Fremdkörper an. Leider kann kein Mediziner diese Reaktion im Vorfeld vorhersagen. Entsteht solch eine Immunreaktion, muss der Auslöser konsequent vermieden werden, um weitere Schäden zu verhindern.
Der Tierarzt gibt gerne Auskunft darüber, welche Impfungen in welchen Abständen nötig sind und was dem gesunden Hund zugemutet werden kann. Kranke Tiere werden vom Tierarzt nur dann geimpft, wenn er es für unbedenklich hält.

Natürlich sind viele Halter immer wieder verunsichert, doch das richtige Vertrauensverhältnis zwischen Tierarzt und Besitzer hilft bei der Entscheidung des Impfvorhabens.
Das Internet ist sicherlich eine gute Erfindung, dennoch liest man häufig ausschließlich die negativen Erfahrungsberichte. Positive Berichte gibt es selten. Verunsicherung hilft weder dem Hund noch dem Halter. Auch ein Tierarzt kann nicht alles wissen, aber sicherlich weiß er mehr über die Erkrankungen des Tieres, als wir, die wir das Internet nach Antworten durchsuchen. Das gilt im übrigen auch für die Humanmedizin. Dr. Google weiß viel, aber kennt nicht alle Zusammenhänge.

Was stärkt die Abwehr wirklich? Echinaea
Jeder von uns kennt die Situation, in der wir jemandem um Rat fragen. Wir bekommen ganz viele, zum Teil auch gute Tipps.
Leidet unser Hund an ständigen Problemen, ist er häufig krank und sein Immunsystem offenbar geschwächt, so ist der Tierarzt der beste Ansprechpartner.
Neben genauen Untersuchungen ist es sinnvoll, den Auslöser für die Schwäche zu erkennen und dann auch zu beseitigen.
Einflüsse wie Schmerzen, Entzündungen und Stress mindern die Leistungsfähigkeit der körpereigenen Abwehr. Der Tierarzt wird zusammen mit dem Halter versuchen, diese Einflüsse heraus zu finden und dann abzustellen.
Es bringt also nichts, etwas auszuprobieren, was bei unserem Nachbarhund gut geholfen hat. Medikamente dürfen grundsätzlich nur nach Abspreche mit dem Behandler verabreicht werden. Das gleiche gilt für spezielle Zusatzstoffe. Vitamine und Mineralstoffe sind wichtig für den Hund, doch auch hier sollten sie bewusst eingesetzt werden, denn eine Überversorgung kann das Immunsystem zusätzlich belasten.
Wichtig für die Gesundheit unseres Hundes ist vor allem ein geregeltes Zusammenleben, gute Ernährung, soziale Kontakte, ausreichend Bewegung und eine artgerechte Pflege.
Und etwas ganz wichtiges darf natürlich nicht fehlen: Zuwendung, Streicheleinheiten und Liebe durch uns.

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3 Kommentare zu “Das Immunsystem des Hundes – So bleibt der Hund gesund”

  1. by Andreas am

    Ich kann dem nur zustimmen. Der Tierarzt hat studiert und kennt sich mit Anatomie, Körperbau und -funktionen des Hundes aus. Ich dagegen sehe nur, wenn sich mein Hund verändert, sofern er es überhaupt zeigt. Deshalb befrage ich im Fall der Fälle doch lieber den Tierarzt als das Internet und experimentiere da auch gar nicht groß herum.

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  2. by Mathias am

    Ich stimme euch ebenfalls in der Hinsicht mit dem Tierarzt zu. Vor allem den letzten Absatz finde ich interessant, da das selbe bei mir und meinem pelzigen Freund passiert ist. Nach einer allergischen Reaktion sind wir zum Tierarzt gegangen, wobei dieser eine Getreideallergie feststellte. Nach der Ernährungsumstellung fühlte sich unser Hund wie neu geboren.

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  3. by Tomas am

    Kurz gefasst: Gute Ernährung, Bewegung und Pflege. Es klingt fast zu einfach um wahr zu sein. Ich dachte früher auch immer, dass so viele Indikatoren dafür eine Rolle spielen, wobei es eigentlich so simpel ist.

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