Wie versorge ich meinen Hund nach einer Operation?

Zung mit Zunge

Früher oder später müssen sich die meisten Hundehalter einmal mit dem Thema Operation auseinander setzten. Für viele von uns ist es zunächst ein Schock, doch leider müssen wir uns dieser Situation wohl oder übel stellen. Nachdem am Operationstag oder in der Zeit darauf, der erlösende Anruf des Tierarztes oder der Klinik uns erreicht hat, fahren wir voller Euphorie zur Abholung. Doch hier erwartet uns eine neue Situation. Viele Halter erkennen ihren Hund zunächst einmal kaum wieder. Er wirkt benommen, hat eventuell einen unsicheren Gang und häufig trägt er eine Halskrause aus Plastik, die ihm die Sicht erschwert. Außerdem ist er je nach Operationsgebiet rasiert und stellenweise sogar regelrecht „nackt“. Das lässt unseren Vierbeiner gleich noch einmal viel schlimmer aussehen als es häufig der Fall ist. Dieser Zustand und die Wiedersehensfreude hat manchmal zur Folge, dass wir dem Tierarzt nicht richtig folgen und seine Anweisungen überhören.
Wir haben ein paar Tipps und Ratschläge zusammen gefasst.

Die Abholung beim Tierarzt oder der Tierklinik
Zunächst wird der Tierarzt über die Operation berichten. Danach folgen wichtige Anweisungen die wir beachten müssen. Idealerweise hat man einen Stift und einen Zettel zur Hand, denn häufig vergisst man vor Aufregung den einen oder anderen Hinweis.
– Ab wann darf der Hund wieder trinken?
– Ab wann wieder fressen?

– Müssen Verbandswechsel durchgeführt werden?
– Worauf muss in den nächsten Tagen geachtet werden?
– Benötigt der Hund Medikamente?
– Wie müsen sie verabreicht werden und zu welcher Zeit?
– Wann ist der Kontrolltermin?
– Wo kann ich den Tierarzt erreichen, falls sich der Zustand verschlechtert?
– Kann ich auch außerhalb der Sprechzeiten jemanden erreichen? Wie lautet die Telefonnummer?

wärmeRuhe und Wärme
Nach der Operation verbleibt der Hund zunächst einmal unter Beobachtung und verweilt in einer Aufwachbox. Hier wird er eventuell noch mit Rotlicht gewärmt, denn nach einer Operation friert sowohl der Mensch als auch das Tier. Je nach Schwere der Erkrankung entscheidet der Tierarzt, wann der Vierbeiner nach Hause darf. Nach einer Operation ist der Hund geschwächt und häufig unruhig und ängstlich. In den ersten Stunden zu Hause ist es wichtig, den Hund genau zu beobachten. Er darf nicht alleine gelassen werden, sollte aber an einem ruhigen, warmen und sauberen Platz schlafen können. Eventuell weitere, im Haushalt lebende Tiere sollten von ihm ferngehalten werden – sie verstehen nämlich häufig nicht, dass der Kamerad geschwächt ist und nicht spielen möchte. Außerdem könnten sie an der Operationsnarbe lecken und sie damit infizieren.

Das richtige Krankenlager
Sicherheitshalber bleibt der Vierbeiner in einem bequemen Körbchen oder einer weichen, warmen Decke auf dem Boden, denn nach einer Narkose sind viele Tiere unruhig und bewegen sich noch unsicher. So vermeiden wir einen Sturz vom Sofa oder dem Bett.
Idealerweise ist das Bett weich, warm und gut gepolstert, damit die angespannten Muskeln sich entspannen können. Eine Rotlichtlampe kann den Hund zusätzlich wärmen, jedoch darf ihm nicht zu heiß werden. Auf den Polstern oder dem Hundekissen legt man ein Bettlaken, das sorgt zum einen dafür, dass eventuelle lose Hundehaare die Operationsnarbe nicht unnötig reizen und zum anderen kann es immer einmal vorkommen, dass aus der Narbe noch Sektret abläuft oder der Hund sich erbricht. Trinkwasser sollte dem Hund, sofern der Tierarzt keine andere Anweisung gegeben hat, bereits zur Verfügung stehen. Es gibt jedoch Situationen nach einer Operation, in denen der Hund längere Zeit kein Futter aufnehmen darf. In einigen Fällen wird zu einer Spezialnahrung geraten. Ob, ab wann und welche Kost hier verabreicht wird, entscheidet der Behandler.

Die ersten Tage nach der Operation Hund mit Verband
Besondere Aufmerksamkeit widmen wir dem Harn- und Kotabsatz unseres Hundes. Hat er Schwierigkeiten bei der Verrichtung seiner „Geschäfte“, müssen wir den Tierarzt informieren. Solange die Narbe nicht verheilt ist und solange der Hund eventuell eine Halskrause tragen muss, darf er nur an der Leine ausgeführt werden. Ein- bis zweimal täglich werfen wir einen genauen Blick auf die Narbe. Ist sie sehr gerötet oder tritt Flüssigkeit aus? Riecht sie schlecht oder wirkt entzündet? Dann benachrichtigen wir auch in diesem Fall den Tierarzt. Dem Schutz der Narbe dient der Schutzkragen. Er stört den Vierbeiner weil sowohl die Sicht, wie auch die Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt wird. Doch dieser Kragen schützt den Hund vor sich selbst, denn viele Tiere neigen dazu, die Operationswunde zu belecken, oder die Fäden zu benagen. Wir müssen also hart bleiben wenn es um den Halskrause geht, um einer Entzündung vorzubeugen.

Liebevoll aber nicht zu viel
Zusätzliche Streicheleinheiten trösten die Fellnase vielleicht ein wenig. Dennoch sollten wir ihn nicht ständig bedauern, denn dann könnte er nämlich tatsächlich das Jammern beginnen, da er sich bestätigt fühlt. Bei liebevoller und dennoch artgerechter Versorgung bleibt dem Vierbeiner schließlich gar nichts anderes übrig, als ganz schnell wieder gesund zu werden.
Allen kranken Vierbeinern wünschen wir Gute Besserung!

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