Wissenswertes über Hunde im Alter – Teil 2

Nachdem wir jetzt wissen wie alt unser Hund wirklich ist, beschäftigen wir uns nun mit dem richtigen Umgang und seiner Pflege.
Mit zunehmendem Alter wird unser Hund ruhiger und seine Aktivität lässt nach. Der Alltag ist routiniert und man kennt sich und seine Gewohnheiten. Dennoch stellt dieser Lebensabschnitt des Hundes an uns Halter eine gewisse Herausforderung.
Die Blase drückt öfter, die Augen lassen nach, er wird tapsig und hört nicht mehr so gut. Um ihm aber trotzdem einen schönen Lebensabend zu schenken, gibt es einige Dinge, die wir beachten können und vielleicht sogar müssen.

Sinnvoll auslasten schnüffeln
Nachdem wir bereits fest gestellt haben, dass gemeinsames Joggen oder stundenlange Spaziergänge Hunde im Alter zu sehr überfordern, stellen wir die Möglichkeiten zur sinnvollen Auslastung einfach ein wenig um.
Kurze, dafür aber neue Spazierwege bringen Abwechslung und lassen keine Langeweile aufkommen. Auch hat jeder Hund gewisse Vorlieben. Einige schnüffeln gerne, andere lieben das Clickertraining oder suchen mit Begeisterung kleine Leckerlies. Auch alte Hunde brauchen ihre Aufgaben. Ein wenig Agility im Wald, zum Beispiel das Balancieren auf einem Holzstamm, oder das Erschnüffeln eines versteckten Leckerlies fördern seine geistige Fitness und das Erfolgserlebnis weckt seine Lebensfreude.
Eine ruhige Alternative ist die Beschäftigung über Intelligenzspielzeug.
Hunde die gerne schwimmen, können auch im hohen Alter davon profitieren. Die Gelenke werden bewegt und zugleich dabei geschont.
Jedoch sollte aufgrund des nachlassenden Immunsystems das Schwimmen nur an warmen Tagen erlaubt sein, denn Senioren erkälten sich schneller.

Umsichtiger Spaziergang
Manche Hunde bevorzugen im Alter die vertraute Umgebung und ihre vielleicht über die Jahre gelernten Rituale. Dann akzeptieren wir dieses Verhalten und gönnen unserem Senior seine Rundgänge. Wir achten auch darauf, dass junge Hunde ihn im Spiel nicht über den Haufen rennen und dass er lieber seine Ruhe genießt. Wir werden lernen, dass wir ein wenig für ihn mitdenken müssen, insbesondere dann, wenn seine Sinnesleistungen nachlassen. Der alte Hund nimmt seine Umgebung vielleicht nicht mehr in vollem Umfang wahr und reagiert auf mögliche Gefahren eventuell zu spät.

Wichtige Sozialkontakte
Unser, wahrscheinlich unter Rückenproblemen leidender Senior, kann natürlich nicht mehr mit einem jungen Hund um die Wette sprinten, dennoch sind dosierte Sozialkontakte wichtig für ihn. Hier muss man individuell entscheiden, welche Vorlieben der eigene Hund hat. Manche mögen Kontakte zu unbekannten Artgenossen, andere wiederum bevorzugen die bekannten, vielleicht selbst auch alt gewordenen Hundegesichter.

Routine, Ruhe und Wärme smerikal2
Routine gibt dem alten Hund Sicherheit. Aufregende Situationen, Urlaub mit weiten Fahrten oder gar einer Flugreise und auch sonstige Hektik stressen unseren Senior vielleicht. Verlassen wir uns einfach auf unser Bauchgefühl und die über die Jahre gewachsene Verbundenheit, um zu entscheiden, wann es ihm zu viel wird. Regelmäßige Fütterung kann jetzt von Vorteil sein, gerade bei sowieso schon bestehenden Verdauungsproblemen. Der Hundekörper stellt sich auf die Futtergabe ein und der Organismus reguliert die zeitliche Funktion von Magen und Darm. Generell gilt, bis zu zwei Stunden nach der Fütterung sollte der Hund ruhen können.

Alte Hunde liegen gerne weich. Das stellt jedoch einen gewissen Gegensatz zum Aufstehen dar. Denn je weicher er liegt, umso schwerer kann er wieder aufstehen. Der Fachhandel verfügt heute sogar über orthopädische Hundebetten, die beide Eigenschaften miteinander kombinieren. Den weichen Komfort beim Liegen und die nötige Stabilität beim Aufstehen. Investitionen in solch eine Anschaffung lohnen sich sicherlich und die müden Gelenke können so erholsam und schonend ruhen. Eine zusätzliche, wärmende Auflage sorgt für kuschelige Momente und fördert die Gesundheit, denn die Gelenke benötigen Wärme um nicht noch steifer zu werden. Hundebetten, die sich schnell Ab- und Auswaschen lassen, sind beim alten Hund von Vorteil, denn ab und zu ist die Blase einfach nicht mehr zu kontrollieren und bevor unser Senior sich erhoben hat, ist vielleicht schon etwas daneben gegangen.

Unsinnige Kommandos?
Mal ganz ehrlich, gehen wir in die Hocke, wenn unser Knie schmerzt?
Muss unser Hund wirklich ins Sitz, wenn er Gelenkprobleme hat? Oder muss er wirklich auf dem kalten, vielleicht noch nassen Boden im Platz verweilen, wo er doch sowieso schon so schlecht aufstehen kann? Bleiben wir einfach freundlich und gönnen unserem alten Gefährten den Luxus, gewisse Kommandos nicht mehr befolgen zu müssen.

Vorsoge
Habe wir für unseren Hund gut vorgesorgt? Manchmal ist die medizinische Verpflegung im Alter ein wenig kostenintensiver.
Vielleicht brauchen wir spezielles Futter, weil seine Leber oder die Nieren nicht mehr so recht funktionieren. Und wahrscheinlich werden wir auch öfter als sonst beim Tierarzt vorbeischauen müssen. Was wenn unser Hund operiert werden muss? Und wie sieht es aus, wenn der Senior die Treppen nicht mehr steigen kann? Physiotherapie alleine wird nicht immer helfen, manchmal muss man seine Wohnung etwas um strukturieren, so dass er recht schnell zum Lösen nach draußen kann. Was für Alternativen können wir ihm bieten?

Das unangenehmste Kapitel zum Schluss – Der Abschied Pete Markham1
Irgendwann ist es soweit. Unser langjähriger, treuer Gefährte wird immer müder und seine Augen werden immer schwerer. Keiner möchte daran einen Gedanken verschwenden und doch kommt für jeden von uns leider irgendwann die Zeit in der wir uns fragen: Wann soll es geschehen? Viele von uns spüren den Moment, in dem wir gemeinsam den letzten Weg antreten müssen.

Doch nicht nur wir fällen diese schwere Entscheidung, auch unser Tierarzt ist jetzt ein wichtiger Ansprechpartner.
Viele schläfern den Hund zu Hause im Kreis der Familie und in seiner vertrauten Umgebung ein. So schwer es uns auch fällt, wir sind es unserem Familienmitglied schuldig in den letzten Minuten an seiner Seite zu sein. Wir lassen unseren alten Freund nicht alleine sterben.

Und auch nach dem schweren Gang haben wir bereits eine letzte Ruhestätte für ihn. Es gibt in vielen Städten einen Tierfriedhof, oder aber man kann seinem Freund, nach vorheriger Genehmigung der Stadt, im eigenen Garten einen letzten Platz gestalten. Auch das Einäschern und das Aufstellen einer Urne ist mittlerweile keine Seltenheit mehr.

Der Hund hat in jedem Alter seine ganz großen Besonderheiten. Genießen wir jede Zeit mit ihm und bleiben wir so treu an seiner Seite, wie er an unserer.

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Ein Kommentar zu

  1. by Fritz am
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    Oh man. Der Schluss hat mich ganz schön zum nachdenken gebracht. Ich kann mir mittlerweile ein Leben ohne meinen Hund gar nicht mehr vorstellen.

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