Tierpsychologen und ihre Arbeit – manchmal braucht man einen Pfotenwink

Wir sprachen kürzlich mit einer angehenden Tierpsychologin, weil uns dieser Beruf interessiert. Manchmal stellt man sich die Frage: Braucht ein Tier psychologische Hilfe?

„Ich bin von Kindesbeinen an mit Tieren groß geworden. Meine große Liebe war unsere Rottweiler Hündin Quitana. Als diese im Alter von nur 7 Jahren eingeschläfert werden musste, habe ich mir nichts sehnlicher gewünscht, als wieder einen Hund zu haben. Vor zwei Jahren erfüllte ich mir meinen Wunsch und bekam meine 3 jährigen, rumänischen Mischlingshündin Cara . Alles lief gut, doch wir hatten ein kleines Problem: Cara war sehr ängstlich. Vor Hunden lief sie panisch davon und Menschen hat sie sogar schon gebissen. Dieses Problem kommt bei vielen Auslandshunde vor, die schwere Zeit geht auch an Hunden nicht spurlos vorbei.

Jeder Spaziergang wurde zur Tortur für mich und meinen Hund. Man schaut sich ständig nervös um, in Angst vor anderen Hunden und Menschen. Wir stießen oft auf Unverständnis und waren beide häufig gestresst. Auf Grund des Schutzvertrages hätte ich die Möglichkeit gehabt, den Hund nach 2 Wochen Probe auch wieder zurückzugeben. Doch ich hatte mich für Cara entschieden und wollte dieses Problem unbedingt lösen.

Durch meine früheren Erfahrungen mit Hunden gelang es mir schnell, ihr Vertrauen zu gewinnen und sie wurde von Tag zu Tag sicherer. Heute spielt sie sogar mit anderen Hunden und geht auf fremde Menschen neutral und sicher zu. Durch konsequentes Arbeiten konne ich meinem Hund ein Stück Lebensqualität zurück geben.

Aufgrund meiner Erfahrungen mit Cara beschloss ich, mit Tieren zu arbeiten. Ich wollte auch anderen Menschen helfen Probleme zu lösen und ihnen das Verhalten ihres Vierbeiners erklären. Nach vielen Recherchen stieß ich auf die „Akademie für Tiernaturheilkunde“ in der Schweiz. Sie bildet u.a. Tierpsychologen, Heilpraktiker, Ernährungsberater und Verhaltensberater für die Sparten Hund, Katze und Pferd aus. (Prominentestes Beispiel ist Martin Rütter)

Ich war von der ausführlichen Beschreibung begeistert und entschied mich schnell für den Studiengang „Tierpsychologie mit Spezialisierung auf die Hundeverhaltenstherapie“. Das Studium dauert in der Regel 24 Monate und ich bin seit mittlerweile einem Jahr erfolgreich dabei. Die Themen des ersten halben Jahres bezogen sich auf allgemeine Ethologie, neurologische Prozesse und Entwicklungen des Lernens welche die Grundlage für die einzelnen Studiengänge bilden. Danach wurde es immer fachbezogener. Von der Ethologie des Wolfes über den Wildhund, bis zum modernen Haushund. Seine genetische Veranlagung, Domestikation und heutige Entwicklung im Familienverband mit dem Menschen, die daraus resultierenden Verhaltensprobleme und die Therapie dessen, was der Mensch als unerwünschtes Verhalten betrachtet.

Da die meisten Probleme in gewissen Situationen im Alltag mit dem Hund auftreten, beginnt meine Arbeit in der gewohnten Umgebung (Haus, Wohnung, Garten, Spazierweg) von Hund und Halter. Nach Analsyse und Kategorisierung, werden Trainingsanweisungen zum besseren Verständnis zwischen Hund und Halter erarbeitet.

Der Bereich erstreckt sich von Aggressivität, Dominanzverhalten, Verlustängste, Antijagdttraining, Bindungs- und Vertrauenstraining, Mehrhundehaltung, Kontrollverhalten bis hin zur Welpenanschaffung und Ausbildung des Junghundes. Meine Philosophe ist eine autoritäre, gewaltfreie Erziehung mit viel Spaß, denn nur ein Hund der gerne arbeitet, arbeitet zuverlässig. Ziel ist es, den Menschen ein besseres Verständnis für ihre Hunde zu vermitteln und aus ihnen ein zusammen gewachsenes Mensch-Hund-Team zu machen. Denn nur ein entspanntes Miteinander gewährleistet eine schöne Zeit die Hund und Mensch gemeinsam verbringen dürfen.”

Gloria wird, mit gelungenem Abschluss ihres Studiums, offiziell selbstständig mit ihrer Arbeit beginnen. Schon heute freut sie sich auf die Arbeit mit Mensch und Hund und wir danken ihr für diesen interessanten Einblick in ihre zukünftige Arbeit.

Wir hoffen noch viel von ihr zu hören und wünschen ihr ganz viel Erfolg.

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 5.0/5 (2 votes cast)
Tierpsychologen und ihre Arbeit – manchmal braucht man einen Pfotenwink, 5.0 out of 5 based on 2 ratings

Ähnliche Beiträge

Hunde klären das unter s... Wir Hundehalter treffen immer wieder Personen mit anderen Hunden. Wer sich einmal die Mühe macht, wird feststellen, Menschen reagieren unterschiedlich auf diese Kontakte. Einige leinen ihren eigenen
Mit dem Hund in den Skiur... Gerade für Wintersportbegeisterte bieten sich in den Skiregionen von Österreich, der Schweiz oder Italien viele Möglichkeiten einer Wintersportart nach zu gehen. Doch für Hundehalter stellt sich die
Wissenswertes über Hunde... Viele gemeinsame Jahre haben uns und unseren Hund zusammen geschweißt und uns  zu einem eingespielten Team gemacht. Doch irgendwann merken wir deutlich, dass unser Hund älter wird
Der Hund im Dienst des Me... Die meisten von uns halten Hunde, weil wir ihre Gesellschaft mögen und weil wir den Spass am täglichen Zusammenleben mit unseren Vierbeiner genießen. Doch für manche Menschen
Mit dem „Clicker“ zu ... Einige von uns kennen das Problem, unser Hund kommt einfach nicht zur Ruhe. Wann immer wir aufstehen, springt er mit auf. Was im Welpenalter vielleicht noch goldig
Können Hunde lieben ? „Was ist denn los?“ Noch halb schlafend öffne ich die Augen und versuche herauszufinden was mich geweckt hat? Mein Hund sitzt neben mir auf dem Bett und
Mit Lunderland natürlich... Neu bei Hundeshop.de sind jetzt die Produkte der Firma Lunderland. Eine hochwertige Fütterung der 4-Beiner wird für viele Hundehalter zu einem immer wichtigeren Thema. Lunderland Dosenfleisch unterscheidet
Ergebnisse Test Pinewood ... Die skandinavische Marke Pinewood arbeitet ständig daran, uns Hundehalter mit professioneller Kleidung auszustatten. Mit der neuen Pinewood Dogsport Kollektion wurde speziell an Hundehalterinnen gedacht die sehr aktiv
Wissenswertes über Hunde... Nachdem wir jetzt wissen wie alt unser Hund wirklich ist, beschäftigen wir uns nun mit dem richtigen Umgang und seiner Pflege. Mit zunehmendem Alter wird unser Hund
Relaxoo Hundebett – Hom... Schlafen ist nicht nur ein Grundbedürfnis, sondern ein ganz wichtiger Teil für die Gesundheit. Nicht nur wir Halter leiden, wenn wir nicht richtig schlafen. Auch unsere Hunde