Der Hund im Dienst des Menschen

Die meisten von uns halten Hunde, weil wir ihre Gesellschaft mögen und weil wir den Spass am täglichen Zusammenleben mit unseren Vierbeiner genießen.
Doch für manche Menschen ist der Hund nicht nur ein Gesellschafter in einsamen Zeiten, sondern ein „Hilfsmittel“ um die Anforderungen des täglichen Lebens zu bewältigen.
In diesem Bezug fällt einem vor allem der Blindenhund ein. Aber es gibt noch weitere Behinderungen, bei denen der treue Hund gute Dienste leistet. Ein weiteres Beispiel ist der Hund für gehörlose Mitmenschen. Und auch ein Besuchshund in einem Altersheim leistet wertvolle Arbeit.

Wie sieht so eine Ausbildung eigentlich aus?

Bereits im Alter von 3 Monaten werden die Welpen auf ihre Aufgabe vorbereitet. Frühzeitig werden ihnen spezielle Kommandos beigebracht und sie lernen auf spielerische Art. Um die Person später optimal zu betreuen, ist ein sehr früher Kontakt mit dem zukünftigen Halter wünschenswert. Die sogenannte Selektionsphase dauert meist bis zum 18 Monat eines Hundelebens. In dieser Zeit werden die Hunde genau beobachtet, sie werden an ihre neue Anforderung heran geführt und manch ein Hund ist mit dieser Aufgabenstellung einfach überfordert. Gewisse Charaktereigenschaften eines Tieres machen den Einsatz an der Seite eines behinderten Menschen vielleicht unmöglich. Eignet sich ein Hund nicht, so sucht man für ihn einen guten Platz in einer Familie, wo er einfach „nur“ Familienhund sein darf.
Ab 18 Monaten beginnt die nächste Phase. Bis zu einem Alter von 24 Monaten wird der Hund kontinuierlich trainiert und bekommt eine spezielle Ausbildung, die es ihm ermöglicht, einer in der Mobilität eingeschränkten Person zu helfen. In diesem Zeitraum wird auch das zukünftige Team Herr und Hund entsprechend ihrer Affinitäten ausgesucht. Wichtig ist eine nahezu perfekte Anpassung, sowohl Seitens des Hundes an den Menschen, aber auch des Mensch an den Hund. Die Chemie muss sozusagen stimmen. Leider stellt sich auch im Laufe dieser 6 Monate manchmal noch eine unzureichende Qualifikation des Tieres heraus. Manch ein Hund zeigt jetzt körperliche Einschränkungen auf, oder es passt einfach nicht in der Team-Zusammenstellung.

Ist ein passendes Hund-Mensch-Paar gefunden, so beginnt auch für den Menschen ein intensives Training. Hier werden alle Befehle vermittelt, die der Hund beigebracht bekommt und die der Mensch anwenden soll. Beide Partner wachsen zusammen und lernen sich gegenseitig zu vertrauen. Für den Behinderten Menschen ist der Hund nicht einfach „nur“ ein Hund, er ersetzt ihm seine, durch seine Behinderung mangelnde Fähigkeit.
Wann immer wir behinderte Menschen sehen, die von einem Hund begleitet werden, sollten wir mit Respekt und Anstand handeln. Dieses Team hat sich durch hartes und intensives Training aneinander gebunden und verdient unsere ganze Achtung. Die Anzahl der Hunde, die zu einem behinderten Hund ausgebildet werden können ist sehr eingeschränkt. Nicht nur die hohen Ausbildungskosten, auch die körperlichen und charakterlichen Eigenschaften sind maßgeblich für den Erfolg.

Behinderte Kinder

Bei sehr vielen Krankheiten spielt der Hund eine große Rolle in der therapeutischen Entwicklung. Manche Wissenschaftler gehen sogar soweit das sie behaupten, der Hund übernimmt den gleichen Stellenwert wie der eines echten Mediziners. Neben der täglichen Ausführung der Arbeit, für die der Hund ausgebildet wurde, spielt er gerade im Umgang mit behinderten Kindern eine sehr große Rolle. Durch ihren Vierbeiner vereinsamen diese Kinder nicht. Der Hund ermöglicht den Kontakt zur Außenwelt. Kinder finden in ihrem Hund einen Begleiter, der es ihnen erlaubt auch gegenüber anderen Personen Vertrauen zu fassen. Vor allem im Bereich des Autismus finden immer mehr Hunde ihr Einsatzgebiet.
Die Hunde erleichtern und verbessern den Kontakt zwischen Behinderten und Nicht-Behinderten.

All den Begleithunden, den Besuchshunden, den Hunden im Dienst der Menschheit, z.B Spürhunden, Vermisstensuchhunden, Rettungshunden oder generell all den Hunden, die für uns Aufgaben übernehmen, bei denen wir an unsere Grenzen stoßen, müssen wir Respekt erweisen und uns bewusst werden, wie wertvoll ihre tägliche Arbeit ist.

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