Bloß keinen Stress

„Weihnachten ist jedes Jahr am 24.12 und jedes Jahr kommt es zu plötzlich für mich“ jammere ich bei meiner Freundin.
„Der Weihnachtsbaum, die ganzen Geschenke, die Verwandtschaft kommt zu Besuch, da muß die Bude glänzen, was kocht man und wenn ich großes Pech habe, dann hat Krümmel wieder Magen-Darm-Probleme mit Durchfall oder Erbrechen, oder er zerbeißt eine Kugel vom Weihnachtsbaum, so wie letztes Jahr,“ erzähle ich weiter. „Krümmel schlägt der ganze Stress irgendwie auch auf den Magen. Wahrscheinlich wegen mir, weil ich in Hektik verfalle. Und da singt man in Weihnachtsliedern von der besinnlichen Zeit.“ „HALT“ unterbricht mich meine Freundin. „Man merkst Du eigentlich, wie hektisch du jetzt schon mit mir redest? Kein wunder, dass Dein Hund Magenprobleme hat,“ bremst sie meinen Redeschwall und holt mich sofort wieder runter. „Ja sag ich ja,“ antworte ich kleinlaut und atme tief durch.

Für Ruhe sorgen

Aus Hundesicht betrachtet, ist die Zeit um Weihnachten und Silvester ebenfalls stressig. Der alltägliche Rhythmus ist komplett verändert, es herrscht reges Treiben und ganz oft ist Besuch im Haus. Der Hund wird in seinem täglichen Ablauf gestört und reagiert mit Stress-Symptomen, die sich häufig auf den Magen-Darm-Trakt auswirken.

Wichtig für den Vierbeiner sind deshalb vor allem ruhige Ecken in die er sich zurück ziehen kann und wo er ungestört schlafen darf.

Da unser Hund aber gerne immer bei uns sein möchte, sollte er die Gelegenheit haben, selbst zu entscheiden wann es genug ist. Zieht er sich auf seine Decke zurück oder legt sich in sein Körbchen, dann sollten vor allem die Kinder wissen: „Bitte stört den Hund jetzt nicht, er möchte seine Ruhe haben.“ Kinder akzeptieren diese Regel ganz schnell, sofern man ihnen vorher das Verhalten erklärt hat. Keinesfalls sollte der Hund abgeschoben werden und in einem zwar ruhigen Zimmer, dafür aber alleine sein müssen. Für den Hund bedeutet diese Situation ebenfalls Stress denn er fühlt sich eventuell abgeschoben.

In der Weihnachtszeit mehr Aufmerksamkeit für den Hund

Um ihn einigermaßen zu entspannen sollten Spaziergänge, kleine Spiele oder Streicheleinheiten genauso eingehalten werden, wie im täglichen Alltag. Vorsicht ist vor allem bei Tisch geboten. „Ach heute ist doch Weihnachten, da kriegt der Hund auch einmal etwas vom Festessen“, diese zwar verständliche, aber für den Hund sehr ungesunde Idee, verschafft oft zusätzliche Probleme. Sein Magen-Darm-Trakt ist für unsere Art von festlichen Speisen nicht geeignet. Der Gänsebraten ist für ihn zu stark gewürzt und deutlich zu fettig.

Wer seinen Hund zu Weihnachten verwöhnen möchte, der darf sich gerne etwas länger um ihn kümmern. Eine zusätzliche Streicheleinheit wird dem Hund mehr bringen, als ein Stück vom Weihnachtsbraten. Auch ein neues Körbchen, eine Decke oder ein neues Spielzeug sind besser geeignet um seinen Vierbeiner zu verwöhnen. Oder wie wäre es mit einem besonders ausgedehnten Weihnachtsspaziergang? Oder ein neues Suchspiel?

Worauf man besonders achten soll

Der Weihnachtsbaum hat auch so seine Tücken für den Vierbeiner. Lametta verführt zum klauen, hat aber, bei einem Verzehr, für den Hund eventuell fatale Folgen. Euch die schönen, glänzenden Kugeln können beim Zerbeißen zu massiven Schnittverletzungen im Maul führen. Der Hundeschwanz wedelt häufig Kugeln vom Baum. Splitter auf dem Boden können ebenfalls zu Schnittverletzungen an den Pfoten führen. Vielleicht sollten die Kugeln deshalb etwas höher angebracht werden.
Und ab und an kommt der Hund auch auf die Idee das Wasser, in dem der Baum steht, als sein Trinkwasser zu nutzen. Auch das kann zu gesundheitlichen Probleme führen. Kerzen wie auch Stromkabel sind ein weiterer, wichtiger Aspekt und müssend besonders gesichert werden.
Und den vielen Geschenken, nebst den bunten Schleifen, sollte unser Hund auch nicht zu nahe kommen können. Geschenkpapier, Cellophantüten und Geschenkband sehen wunderschön aus, sollten von unserem Vierbeiner jedoch nicht erreichbar sein.

Auf offene Flammen reagieren einige Tiere mit Angst und Fluchtinstinkt. Auch hier sollte darauf geachtet werden, dass der Hund nicht gestresst reagiert. Blumen für Frauchen sind ein tolles Geschenk, doch so mancher Vierbeiner beißt herzhaft in den Weihnachtsstern und einige Blumen sind leider sehr giftig für Tiere. Mit ein klein wenig mehr Aufmerksamkeit für unseren Hund und ein wenig Verständnis können die Feiertage von Hund und Halter stressfrei genossen werden.

Wir wünschen euch, euren Familien und euren Tieren ruhige Festtage mit ganz viel Zeit für Gemeinsamkeit.

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