Der Hund im Alter

„Was möchte jeder werden, doch was möchte keiner sein?“ Die Antwort lautet: Alt.
Lebewesen haben alle etwas gemeinsam, sie altern. Diese Tatsache möchte man vielleicht gerne aufhalten, doch herrscht bei dieser Thematik in der Natur allgemeine Gleichberechtigung.
Auch unsere Hunde altern. Die Schnauze wird grau, die Bewegungen werden gemächlicher und die Nickerchen länger. Damit wir Menschen den Hunden auch im Alter ein schönes Leben bereiten können, sollten wir ein paar kleine Dinge beachten.

Ernährung im Alter

Die Verdauung des Hundes wird im Alter anfälliger. Neues Futter oder geänderte Fresszeiten können deshalb zu Verdauungsproblemen führen.
Durch die altersbedingte Reduzierung der Bewegung des Hundes kann eine Fettleibigkeit, beziehungsweise ein Übergewicht entstehen. Deshalb ist es wichtig, den Futteranteil an die Bewegung des Hundes anzupassen. Nimmt der Hund zu, muss der Halter auf eine reduzierte Kalorienanzahl achten. Falsch wäre es, die Menge zu reduzieren. Besser ist es, die Zusammensetzung des Futters zu optimieren.
Wie in der Natur üblich, gibt es aber auch hier das genaue Gegenteil. Halter, deren Hunde im Alter eher abnehmen, weil z.B die Zähne schmerzen, oder der Geruchssinn nachlässt, sollten die Kalorienanzahl nicht reduzieren, sondern mit ihrem Tierarzt eine genau Futterzusammenstellung und ein eventuell gehaltvolleres, auf den Hund abgestimmtes Futter verabreichen.
Haben sich bestimmte Erkrankungen eingestellt, z.B eine Nierenschädigung, Diabetes, Leberprobleme oder Herzleistungsschwäche,so ist, neben eventueller Gabe von Medikamenten, auch die Ernährung zu optimieren. Wichtig ist die Versorgung mit dem richtigen Futter, beispielsweise ein besonders hoher Anteil an qualitativ hochwertigem Muskelfleisch, sowie gute Öle und ausreichende Vitamine.

Das Nachlassen der Sinne

Augen

Fast jeder Hund entwickelt im Alter eine Trübung der Linse. Die treuen Hundeaugen zeigen anfangs blau-graue Lichtreflexe und die Augen verlieren mit den Jahren immer weiter an Leistung. Doch dieser Prozess ist ein ganz natürlicher Alterungsprozess, der den Hund kaum beeinträchtigt. Entwickelt der Vierbeiner jedoch frühzeitig einen grauen Star, oder erblindet er aufgrund einer Erkrankung, (z.B bei Diabetes) so kann der Tierarzt hier eventuell mit einer Operation (z.B einer Linsentransplantation) Abhilfe schaffen. Als kleiner Trost sei zu sagen: Der Hund kommt mit kleinen Hilfestellungen und gewohnter Umgebung mit zunehmender Erblindung im Alltag ganz gut zurecht, denn dieser Vorgang ist schleichend und es entsteht eine gewisse Gewöhnung.

Ohren

Alte Hunde verlieren mit der Zeit ihr Hörvermögen. Sie erschrecken leichter und hören eventuelle Artgenossen deutlich später. Eine langsame Verschlechterung der Hörleistung kann leider nicht rückgängig gemacht werden. Die Ohren sollten regelmäßig kontrolliert werden, Ohrenschmerzen oder zunehmende Ohrenschmalzproduktion müssen, alleine schon wegen der quälenden Schmerzen, immer tierärztlich behandelt werden.
Das frühzeitig trainieren von Handzeichen erleichtert die Kommunikation im Alter. Auch eine längere Leine kann sinnvoll sein, um den Vierbeiner notfalls gut zu kontrollieren, denn die Kommandos werden durch seine schwindende Hörleistung schlichtweg überhört.

Gelenkbeschwerden

Früher oder später bemerkt der Halter ein langsameres Aufstehen des Hundes von seinem Liegeplatz. Der früherer Hüpfer ins, oder aus dem Auto entfällt und der Hund wirkt steifbeiniger. Der Knochenverschleiß befällt auch den Vierbeiner und führt zu Beschwerden und Schmerzen der Gelenke. Gerade hier ist besonders auf die Vermeidung von Übergewicht zu achten, um den Hund nicht unnötig zu belasten. Auch eine geeignete Schmerztherapie ist sinnvoll und sollte genau mit dem Tierarzt besprochen werden.

Organalterung

Nieren verlieren im Alter ihre entgiftende Wirkung durch Verlust von Nierengewebe. Dieser Entgiftungsfunktionsverlust kann zu Folgeschäden des Hundeorganismuses führen, gleiches gilt auch für die Leber.
Manche Hunde entwickeln eine Harninkontinenz, weil die Funktion der Blase nicht mehr so gut kontrolliert werden kann, hier sollte der Halter großzügig über die kleinen oder größeren Pfützen hinweg sehen.
Auch das gute Herz fängt an, in seiner Leistung nachzulassen. Schlagkraft und Schlagvolumen nehmen ab. Lange, belastende Wandertouren sollten unterbleiben, Stress und unnötige Aufregung sollte vermieden werden. Dennoch ist der tägliche Spaziergang und leichte Bewegung für den Hund wichtig, sofern er dem körperlichen Zustand des Vierbeiners angepasst ist.
Das Nachlassen der Organfunktionen ist tierärztlich gut medikamentös abzudecken und ermöglicht dem Hund ein nahezu beschwerdefreies Leben.

Die richtige Pflege des älteren Hundes

Das Fell des Hundes, hat gegenüber der Haut des Menschen, von großen Vorteil. Man sieht keine Falten. Doch durch die hormonelle Veränderung im Alter, ist auch das Fell nicht mehr so seidig wie vielleicht noch vor ein paar Jahren.
Regelmäßiges Bürsten hilft, die Haut zu durchbluten, entfernt abgestorbenes Haar und erleichtert den Fellwechsel. Baden sollte, aufgrund der zunehmenden Trockenheit der Haut, reduziert werden. Geeignete Badezusätze versorgen die Haut mit nötigen Vitaminen und Fetten.
Zahnstein, schwindendes Zahnfleisch, lockere- oder abgebrochenen Zähne können zu Dauerschmerzen führen. Zahnpflege ist immer ein ganz wichtiger Punkt, doch gerade im Alter sollten die Zähne besonders kontrolliert und beachtet werden. Entzündungen oder versteckte Eiterherde können das Herz des Hundes zusätzlich belasten oder sogar schädigen.
Wenn die Spaziergänge kürzer, oder seltener werden, läuft sich der Hund die Krallen nicht mehr richtig ab. Hier muss eventuell mit einer Krallenschere nachgearbeitet werden.

Das Leben ist in jeder Lebensphase wertvoll und schön. Wir alle werden älter. Wie schön ist es, dann zu wissen, wir halten zusammen und wir sind füreinander da. Menschen wie Hunde schenken sich gegenseitig so viel. Lassen wir es zu und gehen wir jeden Lebensabschnitt gemeinsam.

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2 Kommentare zu “Der Hund im Alter”

  1. by Sebastian am

    Danke für den informativen Artikel! Da sollte man sich auf jeden Fall frühzeitig drauf vorbereiten, dass auch Hunde einmal alt werden.
    Gruß, Sebastian.

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  2. by Susan am

    Auch hier gilt; man kann vorbeugen, so dass die Zeit auch im hohen Alter noch wunderbar und lebenswert sein kann. Wir barfen seit Jahren und es bekommt allen Alterklassen vorzüglich. Keiner ist zu fett und keiner zu dünn. Vor vielen Jahren noch zum Check up zum Tierarzt – heute ist die Naturheilkunde unser guter Freund ,was sich inzwischen mehr als bewährt hat, in jeglicher Hinsicht…

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