Der Welpenspaziergang – Teil 2

Nachdem wir jetzt wissen, dass wir unserem Welpen die Welt zeigen müssen und das auf spielerische und leichte Art, kommt so langsam der Zeitpunkt, da müssen wir uns auch ein wenig um seine Sozialisierung kümmern. Der Hund muss gewisse Regeln lernen. Grundsätzlich kann man sicher behaupten, Hunde die geführt werden sind wesentlich entspannter. Je deutlicher wir also in der Kommunikation sind, umso einfacher wird es für den Hund. Deshalb lohnt es sich bereits im Welpenalter, dem Hund beizubringen Dinge zu regeln, denn sonst kann es passieren, dass unser Vierbeiner meint, er müsse Entscheidungen treffen.

Die Leinenführigkeit führung
Aller Anfang ist schwer, doch gilt es gewisse Grundregeln zu befolgen. Das bedeutet für den Welpen, wenn die Leine zu Ende ist, dann ist sie leider auch zu Ende. Ziehen bringt für ihn keinen Erfolg und er kommt auch nicht vorwärts, egal in welcher Situation. Was so einfach klingt, ist schwer durchzuhalten, zahlt sich aber später aus, besonders dann wenn unser Welpe zu einem stattlichen Hund gewachsen ist und an Stärke zugenommen hat. Natürlich müssen wir unserem Welpen zum Erkunden dennoch einen gewissen Radius bieten. Hier kann eine 3-5 Meter lange Leine oder eine leichte Schleppleine zum Erfolg führen.
Ein wichtiges Erziehungskriterium ist die Konsequenz.
Wenn wir nicht möchten, dass unser Hund sofort losrennt, nachdem wir die Leine gelöst haben, erziehen wir den Welpen so, dass er sich erst nach einem bestimmten Signal oder Blickkontakt entfernen darf. Lösen wir die Leine und unser Welpe möchte sofort los, greifen wir in sein Geschirr oder Halsband und unterstreichen unsere Aktion mit einem „Warte“, oder „Stopp“.
Idealerweise haben wir ihm bereits das „Sitz“ beigebracht und er muss vor dem Lösen der Leine kurz Absitzen. Dabei wartet man auf den Blickkontakt des Vierbeiners. Jetzt lösen wir die Leine, halten den Kleinen aber dennoch fest. Unser zuvor gegebenes Kommando besteht weiterhin. Verhält sich der Vierbeiner jetzt wie gewünscht, loben wir ihn und geben ihm ein Kommando zur Freigabe und lassen ihn los. Behalten wir dieses Verhalten konsequent bei, dann müssen wir den Welpen bald nicht mehr festhalten.

Welpenspaziergang in der Öffentlichkeit
Während Hunde größerer Rassen in der Öffentlichkeit häufig auf Misstrauen stoßen, haben die Welpen zunächst einiges an Freiheiten. Die Kleinen springen an fremden Mensch hoch und werden dafür sogar noch mit einem Streicheln belohnt. Auch das Losstürmen auf fremde Hunde oder das tapsige Jagen von Enten im Park wird häufig mit einem Lächeln ignoriert. Doch innerhalb weniger Monate ist es vorbei mit der ehemals freundlichen Reaktion der Umwelt auf das Hundekind, denn aus dem Welpen wurde ein stattlicher, großer Hund. Und der versteht auf einmal die Welt nicht mehr, dass er jetzt nicht mehr an Menschen hoch springen darf oder eigenständig Enten jagen. Deshalb ist die Konsequenz gegenüber dem Welpen wichtig, auch wenn wir von unseren Mitmenschen häufig hören: „Ach lassen Sie ihn doch, er ist doch noch so klein und süß.“ Hier gilt der Spruch: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.“

Welpen und Hundekontakte puppie3
Hundekontakte sind wichtig für den Welpen, doch noch wichtiger ist sein Mensch. Lassen wir unseren Welpen also hauptsächlich auf einer Hundewiese spielen und beschäftigen uns selbst nicht viel mit ihm, dann müssen wir uns über sein Desinteresse uns gegenüber nicht wundern.
Zunächst einmal muss der Welpe die Feinheiten im Umgang mit seinen Artgenossen lernen. Das tut er am besten durch Kontakt zu gut sozialisierten Artgenossen. Der sogenannte Welpenschutz ist ein Mythos der in der Realität leider nicht existiert.
Ein gut sozialisierter Hund ist in der Lage, auf Hundebegegnungen gelassen zu reagieren und die Individualdistanz zu seinem Artgenossen zu gewähren. Das heißt für uns, gute Sozialisierung hat nichts damit zu tun, mit jedem Artgenossen ein fröhliches Spiel zu beginnen.
Unter den Hunden gibt es lebhafte, ernsthafte, ruhige, verspielte und zurückhaltende Tiere. Wie bei uns Menschen auch bestehen Sympathien und Antipathien. Wir müssen abwägen, was unser Welpe aus jeder Begegnung für sich selbst lernen kann und sollten deshalb nicht jeden Kontakt zulassen.
Ein besonders wichtiger Punkt ist es dem Welpen zu zeigen, dass er sich auf seinen Menschen verlassen kann. Kein Welpe muss ertragen, dass er dauerhaft von Artgenossen gemobbt wird. Hilft ihm sein Mensch hier nicht, wird sich der Welpen zwangsläufig selbst helfen müssen. Vielleicht wird er ängstlich oder reagiert mit Aggressionen gegenüber seinen Artgenossen. Auch im Rudel würde hier entweder ein Elternteil oder das ranghöhere Tier eingreifen. Doch das bedeutet noch etwas für uns. Wie im Hunderudel, müssen auch wir den Welpen zurechtweisen, wenn er es mit seinen Aktionen übertreibt.

Der Hundehalter in der Verantwortung beutel
Häufig sind Hundehalter in der Öffentlichkeit ein Streitpunkt. Deshalb sollten wir bereits mit dem Erwerb unseres Vierbeiners darauf achten, Verantwortung zu tragen. Dazu gehört vor allen Dingen, dass wir die Hinterlassenschaften unseres Hundes entfernen. Kotbeutel sind leicht auf jedem Spaziergang mitzuführen.
In belebten Gegenden führen wir den Hund an der Leine und auf Kinderspielplätzen lassen wir ihn nicht toben.
Radfahrer und Jogger sind dankbar, wenn wir den Hund frühzeitig abrufen. Wir wissen das unser Hund nichts tut, doch unser Gegenüber weiß das nicht.
Auch der Jagdhüter freut sich über den gut trainierten Jagdhund, der nicht auf die Hatz geht, sondern gelassen einem Reh hinterher sehen kann.

 

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