Wissenswertes über Hunde im Alter – Teil 1

Viele gemeinsame Jahre haben uns und unseren Hund zusammen geschweißt und uns  zu einem eingespielten Team gemacht.

Doch irgendwann merken wir deutlich, dass unser Hund älter wird und damit deutlich ruhiger als früher. Er jagt nicht mehr stundenlang hinter dem Ball her, das vorbeilaufende Reh lässt er gelassen ziehen und auch der neue Rüde im Revier wird kaum beachtet. Häufig sucht er einfach nur unsere Nähe, liegt uns zu Füßen oder kuschelt sich vertrauensvoll an uns. Die Bindung zwischen ihm und uns ist zu einer vertrauten Zweisamkeit geworden. Im Blick und der Körperhaltung unseres Familienmitglieds wissen wir, was als nächstes zu erwarten ist und die tägliche Alltagsroutine, verbunden mit den vielen gemeinsamen Jahren hat Bindung und Verstehen ohne Worte geprägt.

Foto Flickr: Silvia Padova

Foto Flickr: Silvia Padova

Das Alter und seine Folgen
Viele von uns kennen das Gefühl, wenn wir nicht mehr wie früher elegant aus dem Bett springen, sondern wir hier und da schon einmal den Rücken spüren. Unseren Hunden geht es genauso. Mit zunehmendem Alter wird auch ihr Leben beschwerlicher. Die Gelenke schmerzen, die Blase möchte öfter entleert werden, die Augen beginnen sich zu verschleiern und auch das Gehör lässt deutlich nach.

Ein Hund fordert uns im Alter ein wenig mehr. Vielleicht wird er vergesslich, wollte eben noch raus in den Garten und scheint im nächsten Moment nicht mehr zu wissen warum. Manche Hunde lassen unter sich gehen, oder werden auf besondere Art wunderlich.
Wir wissen nicht genau was in ihm vorgeht, doch eins ist ganz sicher, unser treuer Begleiter verdient auch im Alter die bestmögliche Pflege und alle Zuwendung die wir ihm geben können, denn keiner von uns weiß, wann sich unsere Wege für immer trennen. Genießen wir also jeden Tag und lieben wir ihn  auch mit seinen, im Alter vielleicht auftretenden, Eigenarten.

Wann ist mein Hund eigentlich alt?
Bevor wir uns mit der speziellen Pflege und den Beschäftigungsmöglichkeiten im Alter befassen, müssen wir zunächst einmal klären, wann ist mein Hund überhaupt alt?
Die Lebenserwartung eines Hundes ist, bedingt durch mildernde Umstände im Alltag, in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Der Hund ist heute seltener ein reines Arbeitstier und die medizinische Versorgung ist moderner und wesentlich besser geworden. Heute wird der Hund von uns und der Familie umsorgt und gepflegt.
Das Alter macht sich häufig darin bemerkbar, dass er weniger Beschäftigung fordert und sich sein Schlafbedürfnis steigert. Durch die verminderte Bewegung setzt unser Hund ein paar Fettpölsterchen an, denen wir aber durch geeignete, seniorengerechte Ernährung entgegenwirken können.

Foto Flickr: Pete Markham

Foto Flickr: Pete Markham

Wie wir Menschen bekommen auch Hunde graue Haare, die häufig an der Schnauze sichtbar sind.
Konzentration und Sinnesleistung lassen nach und auch der Geschmackssinn verursacht uns ein paar Probleme, denn manche Senioren beginnen ihr Futter zu verweigern. Die heutigen Seniorfuttersorten sind deshalb ein wenig geschmacksintensiver und deutlich hochwertiger zusammengesetzt um, den Nährstoffgehalt im Alter zu gewährleisten.
Alte Hunde brauchen Zeit, um sich auf neue Situationen einzustellen. Das Erlernen von neuen Aufgaben dauert deutlich länger, denn Verknüpfungen bilden sich nicht mehr so rasch. Dennoch ist es ganz wichtig, seinem alten Hund neue Denkaufgaben zu geben, denn wie heißt es so schön? „Wer rastet, der rostet“.

Allgemein gilt, große Hunde altern schneller als Kleine und mollige Tiere werden schneller träge als fitte Vierbeiner.
Auch die Genetik spielt eine Rolle. Wurden die Elterntiere, sofern wir darüber Kenntnis haben, älter, so ist die Wahrscheinlichkeit auch für unseren Hund höher.

Hundejahre gleich Menschenjahre?
Früher galt die Faustregel, dass ein Menschenjahr sieben Hundejahren entspricht. So einfach ist das jedoch nicht.

Mit 12 Monaten ist unser Hund im besten Teenageralter. Wir merken dies vor allem an der Erziehung. Interessanterweise vergisst unser Hund in dieser Zeit häufiger die bereits gut gelernten Grundkommandos und beginnt seine Grenzen neu zu testen.

Ganz grob lässt sich heute sagen:
Kleinhunde (bis 15kg): Im Alter von 12 Monaten sind sie in etwa 17 bis 19 Menschenjahre alt, mit 5 Jahren entspricht es etwa 33 bis 38 Menschenjahre, ab einem Alter von 10 Jahren sind sie in unserem Rentenalter von 60 bis 65 Jahren und ab 15 Jahre sind sie zwischen 85 und 90 Menschenjahre alt.
Mittelgroße Hunde (bis 25 kg): Mit 12 Monaten haben sie ein Menschenalter von 15-16 Jahren, mit 5 Jahren sind sie zwischen 40 und 45 Menschenjahre, mit 10 Jahren sind sie schon lange im Ruhestand mit einem Alter von 65-75 Jahren und ab 15 Jahre wären sie bereits 100 jährige Menschen.

Foto Flickr: Pete Markham

Foto Flickr: Pete Markham

Große Hunde (ab einem Körpergewicht von über 40kg): Mit 12 Monaten sind wir hier bei einem Alter von 14 – 15 Menschenjahren, mit 5 Jahren sind wir schon bei 45 – 50 Menschenjahren, ab einem alter von 10 Jahren ist der Hund schon zwischen 75 und 85 Menschenjahren und übersteigt das Alter die 15 Jahre, dann müssen wir das als ein kleines Wunder feiern.

Nachdem wir jetzt etwas über das Alter und die Folgen wissen, beschäftigen wir uns im nächsten Teil damit, was der Hund im Alter benötigt, wie wir ihm helfen können und wann die traurige Zeit des Abschieds gekommen ist.

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Ein Kommentar zu

  1. by Markus am
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    Wow. Ich dachte immer die großen Hunde werden langsamer älter, als die kleinen Fellnasen. Da sieht man wieder, dass man täglich was dazu lernt.

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