Mobbing unter Hunden

Was versteht man unter Mobbing

Bei uns Menschen ist Mobbing wohl am ehesten im Berufsleben zu finden. Tyrannisieren, schikanieren oder jemanden in seiner Würde verletzen, all das bedeutet Mobbing.
Aber nicht nur unter den Menschen, auch in der Tierwelt ist Mobbing gar nicht so selten. Mobbing entsteht immer dann wenn keine gezielte Führungskraft eine Gruppe leitet und wenn Mobber sich bewusst Opfer suchen können, an denen sie meistens ihren eigen Stress abbauen.
Bei uns läuft Mobbing eher auf der psychischen Ebene ab, beim Hund wird körperlich Gewalt eingesetzt, um das Mobbingopfer in seiner Bewegungsfreiheit einzuschränken, es einzuschüchtern oder bewusst klein zu halten.

Wo findet Mobbing unter Hunden statt

In Welpengruppen ist Mobbing häufig zu finden, zum Beispiel arten Sozialspiele unter den Welpen aus. Auch die Gruppendynamik kann in einem Welpenwurf zum Problem werden. Mehrere Welpen mobben einen kleineren, der versucht mit allen Mitteln die Angriffe abzuwehren. Hier ist der Mensch gefragt. Er muß regulierend helfen. Aussprüche wie: „Die machen das unter sich aus,“ zeugen von Unwissenheit. Starke Welpen lernen daraus, dass Aufpuschen lustig ist und man sich mit Rücksichtlosigkeit und Gewalt durchsetzen kann. Ruhig und geordnet mit einem Schwächeren zu spielen wird dadurch verlernt.

Der Schwächere lernt in dieser frühen Welpenphase bereits, dass spielen mit anderen Hunden Gewalt und körperlichen Schmerz bedeutet und wird im späteren Leben mit der Strategie „Angriff ist die beste Verteidigung“ agieren.
Dieser Lerneffekt, sowohl für den Stärkeren als auch für den Schwächeren, verhindern später den normalen Umgang mit anderen Hunden. Beiden fehlt die Fähigkeit zu einem freundlichen und rücksichtsvollen Umgang.

Unser Wunsch nach einem gelassenen, souveränen und ruhigen Hund im Umgang mit anderen Hunden hängt maßgeblich von uns ab.

„Die regeln das schon selbst,“ ist falsch. Der eigene Hund regelt nichts selbst. Und das soll er auch nicht. Oder schicken wir ihn zum Jagen in den Wald, damit er sich selber um seine Mahlzeit kümmert?

Wie erkannt man Mobbing und was kann man dagegen unternehmen

Sobald ein Hund im Kontakt mit anderen Hunden immer gereizter, unsicherer oder agressiver wird, holt man ihn aus dieser Situation herraus. Lässt man ihn in dieser Position alleine und regelt nicht für ihn, hat man in der Rolle als Anführer und Beschützer versagt, zumindest aus der Sicht des Hundes. Sehr streng gesehen hat der Hund für sich gelernt: Ich muß Dinge selbst regeln, ich kann mich nicht auf meinen Halter verlassen.
Die Pubertät ist die nächste sehr schwierige Phase. Der Hund fällt von einem Hormonschub in den nächsten und auch hier sind wir wieder gefragt. Das Austesten von Grenzen kann für den Hund in Mobbingattacken ausarten. Wir müssen unbedingt verhindert, das Hormone diese Angriffe unterstützen. Durch erfolgreiche Attacken werden Glückshormone ausgeschüttet und Mobbing wird schnell als selbstbelohnendes Verhalten übernommen.

In solchen Situationen könnte man zum Beispiel wie folgt handeln:
Wir bringen unseren Hund mit einem Stop dazu, von seinem Verhalten abzulassen. Das Ausbreiten der Arme, das eigene Großmachen vor unserem Hund wird ihn normalerweise seinem Vorhaben abbringen. Sobald er von seinen Plänen ablässt, entspannen auch wir unsere Körperhaltung wieder und signalisieren dem Hund damit, dass wir jetzt mit seinem Verhalten einverstanden sind.
Wenn also das Spielverhalten des eigenen Hundes zu kippen droht haben wir so die Situation führ ihn beendet und ihm gleichzeitig gezeigt, dass wir sein Verhalten korrigieren. Außerdem gewinnt er so die nötige Sicherheit sich auf uns zu verlassen. Hunde möchten nicht selber entscheiden, im Grunde möchten sie Geführt werden.

Ein Leitspruch in der Hundeerziehung sollte sein:

Wenn mein Hund etwas tut, was ich nicht möchte, dann muss ich seine Aktion beenden.

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3 Kommentare zu “Mobbing unter Hunden”

  1. by Silke am

    Sehr wahr der Artikel. Danke dafür. Ich hoffe das er sehr oft gelesen wird. Ich habe einen Yorkshire und sie ist extrem aggressiv anderen Hunden gegenüber. Leider. Aber ich habe es auch so gemacht wie Du es beschreibst und hole sie sofort aus Situationen raus und sie schaut mich dann an so als ob sie denkt: gut das mein chef sich eingemischt hat. 😉 Kennst Du das neue Blogger-System qwer.com ? Sag mir gerne auch per email was Du davon hältst.
    Alles Gute und freue mich auf Antwort

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  2. by Ronald am

    Mobbin gibt es, das ist wahr. Ein erlerntes Verhalten.
    Ansich ist die Lösung dieser Artikel versucht aufzuzeigen gar keiner.
    Schade.
    Ein Leitspruch sollte sein :
    Wenn mein Hund etwas tut was ich nicht möchte, dann sollte ich ihm eine Alternative für sein Verrhatlen aufzeigen.

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  3. by Dany am

    Hallo Roland,
    leider können wir in unserem Artikel nicht gezielt auf die einzelne Problematik eingehen. Da sollte man sich in die Hände eines Hundetrainers begeben. Wichtig ist es, generell einmal ein solches Thema anzusprechen denn viele Halter wissen vielleicht gar nicht, dass Hunde untereinander mobben.
    Deshalb sei nicht böse wenn wir keine Lösungsvorschläge machen. Dein letzer Satz ist absolut richtig, doch es gibt sicher mehrere Alternativen, die individuell rausgefunden werden müssen. Und da möchten wir keine allgemeine Theorie aufstellen. Trotzdem vielen Dank für Deine Meinung. LG Dany

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