Agility, ein Trendsport für Hund und Mensch

Das mittlerweile auch in Deutschland sehr beliebte Agility stammt ursprünglich aus England. Beim Agility bewältigt der Hund einen Hindernisparcours auf Zeit. Das Erlernen der Sportart erfordert eine intensive Zusammenarbeit zwischen Hund und Mensch.
Inspiriert durch das Springreiten bei Pferden, wurde Agility als Spring- und Geschicklichkeitsturnier für Hunde entwickelt. Bei dieser Sportart durchläuft der Hund in vorgegebener Zeit eine Hindernisstrecke möglichst fehlerfrei. Die Zeit ist aber nicht das einzige Kriterium, denn Agility ist auch ein Geschicklichkeitslauf, bei dem die Hindernisse in der korrekten Technik überquert und gemeistert werden müssen.

Welche Voraussetzungen braucht man für Agility und was bringt es?
Eine wichtige Voraussetzung für die Bewältigung eines Agilityparcours ist die Sportlichkeit, vor allem die des Hundes. Für den Mensch gilt es zunächst einmal, mit Geduld und viel positiver Bestärkung, seinem Vierbeiner das Kennenlernen der einzelnen Geräte zu ermöglichen. Führtechniken müssen erarbeitet, und die ideale Lauflinie für den Hund herausgefunden werden.
Agility ist eine schnelle und spannende Sportart. Generell sollte zu Beginn des Trainings ein erfahrener Trainer oder eine Hundeschule Hilfestellung geben. Einzelne Parcours-Elemente können im eigenen Garten aufgebaut werden. Das jedoch nur zur Nacharbeit und bei vorheriger, fachgerechter Einweisung in die Funktionen der Geräte, unter Berücksichtigung der Anforderungen an den Hund. Es muss grundsätzlich darauf geachtet werden, dass der Hund Spass an der Aktivität hat. Unter Druck kann er möglicherweise seine Freude verlieren. Wie bei jeder Sportart ist ein Aufwärmen vor dem eigentlichen Training oder Turnier dringend erforderlich.
Der Trainingsaufbau sollte damit beginnen, die einzelnen Geräte nach und nach kennenzulernen und erst später miteinander zu kombinieren.

Die Hindernisse beim Agility: Sprunggeräte, Kontaktzonenhindernisse, Slalom und Tunnel
Ein Agilityparcours besteht zum Einen aus Sprunggeräten und zum Anderen aus Konzentrationsgeräten. Darüber hinaus gibt es auch noch spezielle Geräte, die ganz bestimmte Anforderungen an den Hund stellen, wie zum Beispiel der Slalom, der Tunnel oder der Sacktunnel.
Unterschiedlichen Sprunggeräten, wie Reifen, Mauer, Hürden, Doppelsprung, Kombination oder Weitsprung stellen unterschiedliche Anforderungen an den Vierbeiner. Die Mauer beispielsweise erfordert Sprungvermögen und Absprungtechnik. Bei den Hürden muß der Hund eventuell unterschiedliche Abstände einhalten oder die Höhe ist differenziert eingestellt. Wichtig ist für den Vierbeiner das Erarbeiten seiner persönliche Lauflinie. Trainiert werden kann auch der unterschiedliche Anlaufwinkel an das Trainingsgerät. Bei einem Doppelsprung sind gleich zwei Anforderungen zu bewältigen. Zum Einen der Weitsprung, bei dem es auf die Streckung ankommt, zum Anderen der steile Absprung, um genügend Höhe zu erreichen.
Aber auch die Konzentrationsgeräte erfordern eine enorme Leistung von Mensch und Hund. Laufdiel und Wippe sind auf einem Agilityparcours die bekanntesten Konzentrationsgeräte. Man findet aber auch Tunnel, Slalomstangen oder den Sacktunnel.
Wippe und Laufdiel besitzen farblich gekennzeichnete Kontaktzonen und haben einen rutschfesten Belag. Sowohl am Anfang, als auch am Ende des Gerätes, müssen die Kontaktzonen mit mindestens einer Pfote berührt werden. Was so einfach klingt ist sehr schwierig, verlässt der Hund die Kontaktzone zu früh erfolgt keine Wertung.
In einer vorgeschriebenen Zeit muss der Parcours möglichst fehlerfrei absolviert werden. Das macht die Konzentrationsgeräte so schwierig, denn hier muß der Halter seinen Hund zurück nehmen und ihn soweit bremsen, dass die Geräte korrekt ausgeführt werden.
Für machen Vierbeiner ist die Höhe des Laufdiels erschreckend, andere haben Angst vor der wackeligen Wippe.
Ein weiteres, schwieriges Trainingsgerät ist der Slalom. Ohne Locken des Besitzers soll der Vierbeiner richtig in den Slalom einfädeln und zwar so, dass sich die erste Slalomstange neben seiner linken Schulter befindet. Tempo ist bei diesem Gerät ein wichtiges Kriterium und muss mit Fehlerfreiheit kombiniert werden.
Die Schwierigkeit bei der Absolvierung des Tunnels liegt vielleicht darin, dass der Hund Respekt vor der Dunkelheit hat. Oft wird jedoch der Tunnel von den meisten Vierbeinern nach kurzem Bedenken geliebt und ohne anzuhalten flott durchlaufen.
Der Sacktunnel ist ein wenig schwieriger zu meistern. Nach einem starren Anfangsteil, der dem Tunnel ähnelt, geht der Sacktunnel in einen schlaffen Stoffteil über. Der Vierbeiner muss lernen, den schlaffen Stoffteil selbständig anzuheben, ohne sich darin zu verwickeln. Für einige Hundes ist es oft schwierig, sich nach der Dunkelheit des Sacktunnels wieder im Parcours zurecht zu finden.
Jetzt ist vor allem die Geduld des Halters gefragt. Druck würde das Vertrauen zwischen Hund und Halter empfindlich stören.

Agility Training und Turniere
Agility erfordert von Hund und Mensch ein intensives Training, Ausdauer und Geschicklichkeit. Trainieren kann man privat auf dem eigenen Grundstück und mittlerweile auch in fast allen Hundevereinen. Im Verein unter professioneller Anleitung und mit den richtigen Geräten macht Agility natürlich am meisten Spass.
Viele Vereine und Verbände richten Agility Turniere aus. Es gibt sogar Agility Weltmeisterschaften.
Um an offiziellen Turnieren teilnehmen zu dürfen, benötigt man die bestandene Begleithundeprüfung. Der Hund muss außerdem gegen Tollwut geimpft und zur Identifizierung gechipt oder tätowiert sein. Der Hundeführer im Agility Team muss in einem dem ausrichtenden Verband angeschlossenen Verein Mitglied sein. Hier gilt es im Vorfeld zu bedenken, dass nicht alle Verbände die Agility Turniere ausrichten auch alle in Deutschland registrierten Vereine anerkennen.

Ist Agility der richtige Hundesport für mich und meinen Hund?
Um im Agility erfolgreich zu sein muss das Mensch-Hund-Team in der Lage sein, gleichzeitig zu denken und zu rennen. Als Agilitysportler sollte man unbedingt Beweglichkeit und Körpergefühl mitbringen, das gilt sowohl für den Menschen, als auch für den Hund. Der Hund darf auf keinen Fall irgendwelche körperlichen Beschwerden haben. Er sollte auch nicht zu gross und zu schwer im Körperbau sein, da sich sonst Agility negativ auf seine Gelenke oder die Muskulatur auswirken könnte. Er darf aber auch nicht zu klein sein. Eine etwas schwergängigere Wippe beispielsweise kann manchmal mangels Körpergewicht von vielen kleineren Hunderassen nicht mehr herunter gedrückt werden. Gegenseitiges Vertrauen und gutes aufeinander Einspielen helfen beiden Partnern eine Einheit zu bilden. Wenn ein Zuschauer beim Beobachten den Lauf eines Teams als weich und leicht empfindet, dann ist Perfektion und Einheit zwischen Hund und Mensch erreicht.
Der Spass und die Gesundheit des Vierbeiners gehen natürlich immer vor, denn Überforderung kann schnell in Frust ausarten. Um dem Vierbeiner Muskelkater und andere Sportverletzungen zu ersparen, sind richtiges Aufwärmen und korrektes Erarbeiten der Trainingsgeräte ein Muss.

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