Was das Blutbild eines Hundes verrät

Bildquelle: Flickr/caithlinob

Aufschluss statt Ausschluss

Ist der Hund krank, steht in der Regel ein Gang zum Tierarzt an.

Nach einer gründlichen Untersuchung folgt häufig die Anweisung zur Blutentnahme, damit ein sogenanntes Blutbild angefertigt werden kann. Da Tiere nunmal nicht sprechen können, gibt ein Blutbild hier Aufschluss. Die Analyse gibt dem Tierarzt wichtige Hinweise auf eine mögliche Erkrankung verschiedener Organe. Der Tierarzt wird die Befunde mit dem Halter ausführlich besprechen. Wir haben hier noch einmal die wichtigsten Blutbildbestandteile zusammen gestellt.

Ein Blutbild wird häufig in „kleines Blutbild“ und „großes Blutbild“ eingeteilt.
Das „kleine Blutbild“ enthält üblicherweise folgende Bestandteile:

  • Erythrozyten, die roten Blutkörperchen
  • Leukozyten, die weißen Blutkörperchen
  • Thrombozyten, die Blutplättchen
  • Hämatokrit, dieser Wert bezeichnet den Gesamtanteil von Erythrozyten (Erys), Leukozyten (Leukos) und Thrombozyten (Thrombos) zusammen.
  • Hämoglobin, der rote Farbstoff des Blutes
  • Berechnungen zu Volumen und Hämoglobingehalt des Blutes die man mit MCV, MCHC oder MCH bezeichnet.

Das „große Blutbild“ enthält die Beurteilung der weißen Blutkörperchen, die nach Art und Größe unterteilt angegeben werden.

  • Stabkernige Granolozyten, heranreifende Eiterzellen
  • Segmentkernige Granolozyten, reife Eiterzellen
  • Eosinophyle Granolozyten (Eos), Allergiezellen
  • Basophyle Granolozyten (Basos), ebenfalls Allergiezellen
  • Lymphozyten (Lymphos), Immunabwehr spezifische Zellen
  • Monozyten (Monos), Vorstufen von sogenannten Fresszellen, die Bakterien später regelrecht „auffressen“. Monozyten werden zu Makrophagen und übernehmen eine ganz wichtige Rolle in der Immunabwehr.

Die Befunde werden dem Tierarzt in Zahlwerten mitgeteilt. Neben den Ergebnissen wird auch immer ein Referenzbereicht mit angegeben, der ein Minimum und ein Maximum der erlaubten Zahlen angibt. Befindet sich das Testergebnis in diesem Referenzbereich, so ist es ein Normwert, ist er erhöht oder zu tief, kann er dem Arzt Aufschluss über eine bestimmte Fehlfunktion eines Organs oder eine Erkrankung geben.

Ein Beispiel hierfür:
Sind zum Beispiel die Leukozyten im Blut des Hundes stark erhöht, so deutet dies auf eine Infektion hin. Der Hundeorganismus ist mit der Abwehr von Keimen oder Erregern beschäftigt. Auch bei ernsten Erkrankungen wie beispielsweise der Leukämie (Blutkrebs, bei der sich Blutzellen tumorartig verändern) sind die Leukozyten erhöht.

Doch auch bei zu niedrigen Werten kann eine Erkrankung der Grund sein.
Ist zum Beispiel der Hämoglobinwert (der rote Farbstoff des Blutes) zu niedrig, so deutet dies auf eine Blutarmut, oder einen massiven Verlust von Blut hin.

Grundsätzlich geben die Werte nur dann einen Aufschluss und führen zu einer sicheren Diagnose, wenn der Tierarzt stets das Gesamtbild des Hundes und die Relation zum klinischen Bild beurteilt. Nicht jeder Wert ist direkt behandlungsbedürftig. Häufig regelt der Hundeorganismus einige Dinge von selbst.
Ist zum Beispiel der Eisenwert nach einer Infektion noch ein wenig zu tief, so bedarf es nicht unbedingt der Zugabe von Eisentabletten. Hier wird häufig auch einfach nur abgewartet, ob sich der Eisenspeicher nach überstandener Infektion von alleine wieder füllt.

Der Organismus eines Lebewesens hat weitreichende Möglichkeiten einen Mangel oder eine Überversorgung selbstständig zu regulieren. Erst bei einem längeren Ungleichgewicht kann es zu Veränderungen im Blutbild und damit zu Erkrankungen kommen.

Neben den oben angegebenen Werten können kommen auch spezielle, für einzelne Organe wichtige Ergebnisse in einer Blutauswertung vor:

  • GOT, GPT oder GammaGT sind Leberwerte, die zum Beispiel Aufschluss über die Funktionsleistung der Leber geben.
  • Ein Kreatininwert gibt Auskunft über die Funktion der Niere.
  • Alpha Amylase und Lipasewerte helfen bei der Beurteilung der Funktionslage der Bauchspeicheldrüse.

Es gibt noch einige Blutwerte auf deren Nennung wir jetzt nicht weiter eingehen. Grundsätzlich hilft der Tierarzt oder das Praxisteam gerne bei der Erklärung der einzelnen Befunde. Und als Halter kann man auch so lange nachfragen, bis man die Werte und eine damit verbundene Diagnose richtig versteht.

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