Alle Jahre wieder

„Ganz ehrlich Schatz, ich weiß das Finchen sich einen Hund wünscht, aber bitte nicht zu Weihnachten,“ versuche ich meinem Mann den Gedanken an einen Welpen unter dem Weihnachtsbaum auszureden.
„Ja warum denn nicht? Sie wünscht sich doch einen Hund, warum dann nicht zu Weihnachten?“ werde ich halb genervt halb interessiert gefragt. „Das kann ich dir gerne erklären.“

Ein neues Haustier sollte gut überlegt sein

Gerade zu Weihnachten werden in Zoofachhandlungen vermehrt kleine Tierkinder zum Verkauf angeboten. Besonders Nager gehören hier zu den bevorzugten Objekten. Doch immer häufiger findet man leider Katzenbabys oder Hundewelpen in diversen Zoogeschäften und auch Anzeigen in Tageszeitungen werden zum Jahresende häufiger geschaltet. Dazu kommt, dass wir zu Weihnachten sensibler sind, wir spenden vermehrt und lassen uns auch zu „Mitleidskäufen“ hinreißen. Oft wird sogar mit diversen Sätzen geworben: „Geben Sie einem Tier ein Zuhause und bieten Sie ihm zu Weihnachten einen kuscheligen Sofaplatz.“

Doch die Anschaffung eines Tieres ist nicht zu vergleichen mit der eines Stofftieres oder eines anderen Spielzeugs. Ein Tier braucht Liebe und Zuwendung. Pflege und Kosten müssen nicht nur zu Weihnachten gedeckt werden, Futterkosten fallen das ganze Jahr an. Und wohin mit dem Vierbeiner in der Urlaubszeit? Nehmen wir ihn mit? Oder haben wir einen Platz, wo sich gut um ihn gekümmert wird? Zu Weihnachten macht man sich über die Ferien eher weniger Gedanken. Doch leider hat die Vergangenheit deutlich gezeigt, gerade in der Urlaubszeit werden die goldigen Weihnachtsgeschenke sehr oft sozusagen „zurück gegeben“, hoffentlich in einem Tierheim, im schlimmsten Fall werden sie einfach ausgesetzt.
Ein Tier zu halten bedeutet in erster Linie Verantwortung. Jedes Wesen kann krank werden, kann der Tierarzt bezahlt werden? Es können Allergien entstehen, kann ich teurere Futterkosten kompensieren? Impfung, Wurmkur und der Parasitenschutz ist regelmäßig zu beachten und das sind nur die Standartmittel. Was ist wenn der Hund Dauermedikamente braucht?

Mal angenommen, das Kind verliert sein Interesse am Tier, bin ich als Elternteil dann dazu bereit, mein Kind entweder an die nötige Verantwortung zu erinnern oder gewährleiste ich dem Tier notfalls selber den nötigen Gassigang oder die individuelle Pflege? Haben wir genug Zeit für das Tier? Gerade ein Hundewelpe kann nicht stundenlang alleine bleiben, doch leider müssen heute häufig beide Elternteile täglich ihrem Beruf nachgehen.

„Ja und was schenken wir der Kleinen jetzt zu Weihnachten? Hast Du da auch eine Idee?“ fragt mich mein armer Mann, der eigentlich das Thema gerne abgehakt hätte. „Wenn Finchen wirklich ein Tier und in unserem speziellen Fall einen Hund haben möchte, dann sollten wir sie darauf vorbereiten. Sie soll lernen ein wenig zu warten und sich darauf zu freuen. Außerdem möchte ich, dass sie lernt Verantwortung zu übernehmen und für ein Wesen zu sorgen.“ Weiterhin fragend schaut mich mein Mann an. „Ich habe mir überlegt, wir schenken ihr zu Weihnachten ein Körbchen für den Hund und dazu passend einen kleinen Stoffhund.

„Moment, meinst Du Josephine freut sich darüber?“ Ich meine wenn sie zu Weihnachten einen Hundekorb geschenkt bekommt, ist sie dann nicht sehr enttäuscht?“ bezweifelt mein Mann.

„Siehst Du? Da fängt es nämlich schon an. Finchen soll eben lernen, manche Dinge im Leben müssen gut überlegt sein. Ich kann nicht überstürzt einen Hund kaufen und feststellen, ich habe gar kein Körbchen, wo soll er denn schlafen, woraus fressen und wie gehe ich mit ihm, ohne Leine, Halsband oder Geschirr nach draußen?“

„Damit es für sie aber trotzdem interessant wird, bekommt sie eben den Stoffhund ins Körbchen.“ „Und außerdem denke ich damit schon weiter. Ein Stofftier in einem Körbchen, dass kann da auch ruhig in der Ecke stehen, damit tun wir keinem weh. Wenn das Interesse nach einem echten Hund sich damit erledigt hat, dann hat der Stoffhund eben den Luxus eines Körbchens. Wenn nicht, dann wird Finchen auch weiterhin eifrig Dinge anschaffen wollen, wie zum Beispiel Leine, Halsband und Napf.“

„Ich kann mit dieser Lösung viel besser leben, als wenn ich einen Hund anschaffe und ihn später wieder abgeben muß,“ erkläre ich weiter.

Mein Mann schaut mich an und ich sehe wie es in ihm arbeitet.

„Du bist ein kluges Frauchen,“ sagt er dann und drückt mir einen Kuss auf die Wange. „So machen wir es!“

Wie ist eure Meinung dazu? Schreibt uns doch, wir würden uns freuen.

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Ein Kommentar zu

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