Hundehaltung im Alter – Ja oder vielleicht doch lieber ein klares Nein?

Viktor Schwabenland / pixelio.de

Es gibt ein Zitat aus dem Kleinen Prinzen: „Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was Du dir vertraut gemacht hast.“

Handeln wir verantwortungsbewusst im Sinne des Hundes und nicht aus Egoismus, dann finden wir sicherlich die richtige Antwort auf die Frage nach der Hundehaltung im Alter. Dieser Artikel soll sie weder mit einem klaren Ja, noch mit einem Nein beantworten. Wir möchten eher auf die positiven, aber auch negativen Aspekte hinweisen.

Viele Züchter und auch einige Tierheime vermitteln keine Hunde in Seniorenhaushalte. Je älter der Halter ist, umso kritischer werden die Stimmen, erst recht wenn ein junger Hund ins Haus kommen soll. Irgendwann ist es sogar soweit, das dem Senior die Fähigkeit abgesprochen wird, sich ausreichen um einen Hund kümmern zu können.

Der Positive Aspekt

Für viele ältere Menschen bedeutet ein Hund jedoch eine hohe Lebensqualität. Der Halter hat eine Aufgabe, er hat jemandem zum Reden, ein Fell zum streicheln und der Hund sorgt für die nötige und wichtige Bewegung im Alltag. Außerdem beugt er Isolationen und Vereinsamungen vor. Der Hund profitiert ebenfalls von einem älteren Halter, einem Menschen mit Erfahrung, viel Zeit, Geduld und Hände, die ihn täglich streicheln und ihm ein gutes Zuhause bieten. Außerdem ist der Hund weniger alleine, denn ein Senior ist einfach öfter zu Hause.

Warum gibt es so viele kritische Stimmen, die sich melden, wenn ein Senior sich einen Hund anschaffen möchte?

Wichtig wäre es, zunächst einmal den Begriff Senior zu definieren. Es geht eher nicht um den Menschen Mitte 60. Hier ist die Hundehaltung sicherlich kein Problem. Aber wie schaut es mit zunehmendem Alter aus?
Können die täglichen Gassirunden absolviert werden? Was geschieht, wenn Herrchen oder Frauchen plötzlich für einen längeren Zeitraum ins Krankenhaus müssen. Was, wenn sich der Gesundheitszustand so verschlechtert, dass ein Pflegefall eintritt und noch schlimmer, was passiert mit dem Vierbeiner bei Tod des Halters.

Betrachten wir die Dinge auch einmal ein wenig aus der Sicht des Hundes.

Ein junger Hund möchte spielen, er braucht Kontakt, er braucht Erziehung und er möchte geistig und körperlich gefordert werden. Kann ein Senior dem jungen Hund ein Leben bieten, wo er ganz Hund sein darf? Vielleicht also doch keine so gute Idee.

Aber was ist mit einem älteren Hund. Es kommt sozusagen ein Senior Hund zu einem Senior Menschen? Wäre das eine bessere Option?

Fakt ist, der ältere Hund hat bereits eine Vergangenheit. Vielleicht war diese für den Hund sehr erfreulich, vielleicht war sie aber auch traurig und sogar schmerzhaft. Ganz sicher kann man aber sagen, der ältere Hund ist bereits geprägt. Das bedeutet, er braucht vielleicht eine ganz individuelle Betreuung, mit der der ältere Mensch wahrscheinlich überfordert ist. Vielleicht ist der ältere Hund auf regelmäßige Medikamente, Tierarztbesuche und gesondertes Futter angewiesen. Kann neben dem Kostenfaktor auch diese Versorgung gewährleistet werden?

Die Hundehaltung bei einem Senioren ist absolut möglich, jedoch nur dann, wenn einige Dinge beachten wurden

Der Hund ist kein Kuscheltier, er hat Bedürfnisse und stellt gewisse Anforderungen. Diese müssen erfüllt sein, vor allem im Interesse des Hundes und weniger aus Egosimus für den Menschen. Viele Senioren haben schon Mühe, ihren eigenen Alltag zu meistern. Die Verantwortung für einen Hund stellt einige vor eine nahezu unlösbare Aufgabe.

Auch wenn der Mensch heute noch gesund und fit ist, so kann sich das mit zunehmendem Alter auch einmal schnell und plötzlich ändern. Was geschieht dann mit dem Vierbeiner?

Hundehaltung im Alter ja, wenn:

…man für alle Fälle auch einen Plan hat.

Passiert dem Senior etwas, dann muss der Hund versorgt sein. Wünschenswert ist es also, bei der Anschaffung eines Hundes zu beachten, ob alle Bedürfnisse des Tieres erfüllt werden können. Wenn der Senior nicht mehr in der Lage ist, gibt es dann zum Beispiel Angehörige, die sich um den Hund kümmern? Gibt es Menschen, die der Vierbeiner bereits kennt und bei denen er dann leben darf? Gibt es die Gewährleistung einer notwendigen finanziellen und medizinischen Versorgung für den Hund? Gibt es hundgerecht Beschäftigungsmöglichkeiten für den Vierbeiner? Bestehen soziale Kontakte und darf er ganz Hund sein? Wird er körperlich und geistig ausgelastet?

Richtig, auch Senioren haben ein Recht auf ein Haustier. Und das soll ihnen auch bitte gestattet sein. Doch sollten die Bedürfnisse des Tieres bei der Anschaffung im Vordergrund stehen. Ein Tier aufzunehmen ist nicht die Schwierigkeit. Wichtiger ist es, die Frage nach der Versorgung und der Verantwortung zu klären. Ein Zusammenleben mit einem Tier ist wunderschön, jedoch können sehr schnell große Probleme entstehen, die vorher gar nicht abzusehen waren.

Sind alle Für und Wider abgeklärt wird die Beantwortung dieser Fragen die Entscheidung klären.

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2 Kommentare zu “Hundehaltung im Alter – Ja oder vielleicht doch lieber ein klares Nein?”

  1. by Marius Burelbach am
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    Ich denke es ist wirklich wichtig, dass man sich genug Zeit für sein Tier nimmt und das man ihm genug Zeit und Aufmerksamkeit gibt.

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  2. by Sascha am
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    Also ich hatte mein leben lang einen Hund und möchte auch als Senior nicht darauf verzichten. Wohl aber werde ich eine kleinere Rasse wählen, nicht wie bisher. Jetzt hab ich einen Gos Datura, der sehr lieb, aber eben groß ist. Da ich es für wichtig halte, dass ältere Menschen eine Aufgabe haben, würde ich es nicht grundlegend ablehnen.

    Viele Grüße, Sascha

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