Schneckenkorn – eine tödliche Gefahr

Der Frühling ist da und mit ihm die Blütenpracht im Garten. Doch nicht nur die Flora beginnt zu blühen, auch in der Tierwelt hat sich alles auf Nachwuchs eingestellt. Wer einen Garten pflegt, der kennt die enorme Anzahl von Schnecken, die sich hungrig über die sorgfältig gepflanzten Beete hermachen. Natürlich ist das sehr ärgerlich und deshalb greifen viele Gartenbesitzer zum bekannte Schneckenkorn. Leider hat dieses Gift einen enormen Nachteil. Es ist nicht nur für Schnecken tödlich.

Die Symptome in der Übersicht

Der Wirkstoff Metaldehyd wird nach Aufnahme vom Magen nach und nach resorbiert (aufgelöst). Die Kleinen Brocken haften zudem an der Magenwand und reizend die Magenschleimhaut erheblich. Die Magensäure wandelt den Wirkstoff in Essigsäure um. Dies führt rasch zu einer Übersäuerung des Blutes. Das Tier verendet.
Besteht also der Verdacht, das der Hund Schneckenkorn aufgenommen hat, dann zählt wirklich jede Sekunde.

Bereits nach ca. 30 Min. stellen sich Vergiftungssymptome in Form von:

  • verstärkter Speichelfluss
  • Zittern
  • unsicherer Gang
  • erweiterte Pupillen
  • Anstieg der Körpertemperatur
  • Erbrechen
  • Durchfall

Jetzt ist ein schneller Transport zum nächst gelegenen Tierarzt oder einer Tierklinik dringend erforderlich.

Eine sichere Diagnose

Ist das aufgenommene Gift bekannt, erleichtert es dem Tierarzt die sichere Diagnosestellung, denn manche Erkrankungen wie beispielsweise die Epilepsie oder eine Unterzuckerung können ähnliche Symptome hervorrufen, wie die oben beschriebenen Vergiftungssymptome.
Gefahren lauern überall, nicht nur bei der Aufnahme von Schneckenkorn, Rattengift oder anderen Insektiziden. Auch im alltäglichen Zusammenleben kann es zu Vergiftungen kommen. Medikamente wie Schmerzmittel, Antidepressiva oder Salbentuben, aber auch Haushaltsprodukte wie Reiniger, der eigene Müll (Bakterien oder Schimmelsporen), Zimmerpflanzen, Lebensmittel wie beispielsweise Zwiebeln, oder große Mengen von Schokolade, sowie das Verschlucken von Münzgeld kann den Vierbeiner vergiften.

Erwähnenswert sind auch die bewusst ausgelegten Giftköder einiger Hundehasser.

Was tun bei Verdacht auf eine Vergiftung?

  • Hat der Hund bereits Erbrochen, so ist es von großem Vorteil, das Erbrochene mit zum Behandler zu nehmen, gleiches gilt für Kotabsatz.
  • Verpackungen, verdächtige Substanzen, oder bekannte Toxinreste sollten ebenfalls mit zum Tierarzt gebracht werden.
  • unter keinen Umständen sollte man den Hund zum Erbrechen bringen. Manche aufgenommene Substanz wirkt beim Erbrechen stark ätzend auf die Speiseröhre und gefährdet den Hund zusätzlich.
  • Auch auf sich selbst sollte man achten und gegebenenfalls Handschuhe tragen
  • So schnell wie möglich zum nächsten Tierarzt oder in die Tierklinik, unabhängig von der Tages oder Nachtzeit.

Wie sieht die Therapie aus?

Die Therapie richtet sich nach der Art der Vergiftung.

Wahrscheinlich wird der Arzt zunächst eine Magenspülung vornehmen, um eventuelle Giftreste zu entfernen und zu verhindert das Toxine weiter durch den Magen des Hundes resorbiert werden. Nach erfolgter Magenentleerung wird mittels Aktivkohle versucht, restliche Giftstoffe zu binden. Danach kann man die Vergiftungserscheinungen nur noch symptomatisch behandeln. Der Tierarzt wird also mit geeigneten Medikamenten versuchen, Magenkrämpfe zu lindern, Übersäuerungen mittels Infusion zu verdünnen und Fieber zu senken.

Kann man Vorbeugen?

Der Halter sollte seinen Hund in Gegenden mit Gärten stets wachsam beobachten, oder vielleicht gar nicht erst von der Leine lassen. Zeigt der Hund Symptome, sollte man auf keinen Fall zögern, denn je schneller der Hund behandelt wird, umso größer sind seine Überlebenschancen.

 

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