Was macht ein gutes Hundefutter aus und wie kann man es beurteilen?

Immer wieder stellt man sich die Frage, ist das Futter für meinen/meine Hund(e) auch wirklich gut?

Der Halter hat oft Probleme, die Angaben und Deklarationen von Hundefutter zu entschlüsseln. Erschwerend kommt hinzu, was für den einen Hund gut ist, kann bei dem anderen zu Problemen führen.

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Zusammensetzung und Analyse?

Die Inhaltsstoffe auf der Futterverpackung können deklariert sein in Zusammensetzung oder Analyse. Eine Analyse entsteht durch das Entschlüsseln der Inhaltsstoffe durch z.B eine Laboranalyse. Sie ist somit die genaueste Angabe eines Futters, die Zusammensetzung ist lediglich eine Angabe der im Futter vorhandenen Zutaten.
Zur Verdeutlichung der Unterschiede hier ein Beispiel an einem Gebäck:
Die Zusammensetzung beinhaltet alle für das Gebäck notwendigen Zutaten, also sozusagen das Rezept des Gebäcks.
Eine Analyse würde das Gebäck im Detail beschreiben. Zum Beispiel die Butter enthält 80% Fett.

Am Beispiel Hundefutter:
Bei der Angabe von Zusammensetzungen weiß man lediglich, das Fleisch ist vom Rind, es bleibt unklar, welche analytischen Stoffe sich in dem Rindfleisch befinden, oder woher das Rind stammt.
Die Angaben von Analysen sind keine Pflicht. Sind sie jedoch abgedruckt, dann müssen sie verbindlich sein und sind wesentlich exakter als die Angaben der Zusammensetzung.

Woraus besteht nun ein gutes Hundefutter?

Zunächst einmal aus Fleisch:
Der Organismus des Hundes ist auf das Zerlegen von Beutetieren ausgelegt. Hochwertige Fleischeiweißquellen liefern dem Hund wichtige und wertvolle Aminosäuren, wie Lysin und Methionin. Taucht die Angabe dieser beiden Aminosäuren in der Futtermittelanalyse auf, ist dieses Futter als hochwertig einzustufen. Sind die Angaben in der Zusammensetzung abgedruckt, könnten sie sich auch in einem mitverarbeiteten Öl befinden.

Fisch:
Hochwertiger Fisch enthält unter anderem Vitamin D und ungesättigte Fettsäuren. Somit bietet er eine gute Alternative zu Fleisch.Enthält das Futter nur noch verarbeitetes Fischmehl, so wurden durch die Herstellung des Mehls die Vitamine und Fettsäuren entzogen, wodurch der Fisch seine Hochwertigkeit verliert.

Getreide:
Grundsätzlich befindet sich Getreide nicht auf dem Speiseplan unserer Haushunde. Der Hundeorganismus besitzt nur eingeschränkt die Möglichkeit Zellulose in Magen oder Darm zu spalten.
Ein hoher Getreideanteil im Futter macht sich durch breiigen, weichen und voluminösen Kot bemerkbar.Als Alternative könnte hier die Kartoffel dienen. Sie ist proteinarm, liefert aber trotzdem wertvolle Nährstoffe.

Fette:
Fette sind Energielieferanten für den Hund. Wir unterscheiden zwischen tierischen und pflanzlichen Fetten. Gute tierische Fette sind Geflügel- und Lammfette. Fette unterscheidet man in gesättigte, ungesättigte und mehrfach ungesättigte Fette.
Ungesättigte Fettsäuren sind z.B. Omega 3 Fette, die für den Hund besonders zu empfehlen sind. Sie befinden sich vor allem in guten, kaltgepressten Ölen wie Leinöl, Lachsöl oder Borretschöl. Omega 6 Fettsäuren bestehen aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren und sind bereits im Fleisch ausreichend vorhanden.
Gesättigte Fettsäuren findet man unter anderem in Sahne, Hartkäse, Schmalz oder Kokosfett. Diese Fettsäuren sind wegen ihres hohen Fettgehaltes für Hunde nicht geeignet.

Eier:
Eier sind Eiweißlieferanten mit essentiellen Fettsäuren und Mineralstoffen. Diese befinden sich hauptsächlich im Eigelb. Im Eiklar findet sich der Stoff Avidin, er würde die Aufnahme des im Eigelb befindlichen Biotin verhindern, der Hund könnte das Ei nicht verwerten. Deshalb sollte dem Hund nur das Eigelb verfüttert werden. Willkommen sind die Eierschalen. Klein gemörsert sind sie ein wertvoller Calciumlieferant.

Milch:
Der Hund verträgt Rohmilchprodukte sehr schlecht, vergleichbar mit der Laktoseintoleranz des Menschen.Um die wertvollen Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren der Milch trotzdem zu nutzen, verfüttert man Produkte aus vergorener Milch wie z.B Hüttenkäse, Quark oder Naturjoghurt. Sie werden vom Hund deutlich besser vertragen und sind eine willkommene Abwechslung auf dem Speiseplan.

Gemüse/Obst:
Die im Gemüse enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe kann der Hund nur dann verwerten, wenn die Stoffe bereits aufgespalten sind. Dies erreicht man am besten dadurch, dem Hund püriertes Gemüse oder Obst anzubieten. Idealerweise verbunden mit ein wenig hochwertigem Leinöl.

Nebenerzeugnisse:
Nebenerzeugnisse sind alle Produkte, die für den menschlichen Verzehr nicht geeignet sind.Im Hundefutter ist darauf zu achten, das die Nebenerzeugnisse möglichst zu 100% deklariert sind. Minderwertigem Hundefutter fehlen diese Angaben.
Pflanzliche Nebenerzeugnisse wie beispielsweise Rübenschnitzel oder Melasse sind im Hundefutter als minderwertig anzusehen und sollten deshalb nicht vorhanden sein.

Zusatzstoffe:
Im Hundefutter befinden sich Zusatzstoffe, wie beispielsweise Vitamin C und E, die als natürliche Konservierungsstoffe dienen und das Futter haltbar machen.
Je weniger Zusatzstoffe dem Futter zugefügt sind, desto hochwertiger ist das Futter.

Vitamine:
Grob werden die im Hundefutter enthaltenen Vitamine in 2 Gruppen eingeteilt. Die wasserlöslichen Vitamine wie Vitamin C und B-Vitamine. Da sie löslich sind werden sie vom Hundeorganismus immer verwertet, ein Überschuss würde ungenutzt ausgeschieden.
Fettlösliche Vitamine wie Vitamin A, D,E und K werden nur dann verwertbar, wenn sie in Kombination mit Fetten aufgenommen werden. Künstlich zugeführte Vitamine werden immer in der Zusammensetzung aufgeführt. Eine Vitaminaufschlüsselung in der Analyse bedeutet, dass sie in natürlicher Form im Futter enthalten sind.

Mineralstoffe und Spurenelemente:
Neben der Angabe des Wasseranteils, findet man häufig auch Angaben über eventuell enthaltene Mineralstoffe oder Spurenelemente. Calcium, Phosphor und Magnesium sind hier am häufigsten angegeben. Sie sind wichtige Mineralien für Zähne und Knochenbau. Erst seit kurzer Zeit schenkt man auch den Spurenelementen wie z.B Zink, Jod, Selen, Eisen oder Kupfer die nötige Beachtung.

In der Rohfleischfütterung befinden sich ausreichend Mineralien und Spurenelemente, in gutem industriell hergestellten Hundefutter sollten sie ebenfalls zu finden sein.

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Ein Kommentar zu

  1. by Sabrina am

    Danke für den Tipp mit dem Getreide. Ich werde mir das zu Herzen nehmen und nach einem Hundefutter Ausschau halten, welches Getreidefrei ist.

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